Eisiges Ritual in Odessa: Gläubige stürzen sich trotz klirrender Kälte in die Fluten.

Eisiges Ritual in Odessa: Gläubige stürzen sich trotz klirrender Kälte in die Fluten
Eisiges Ritual in Odessa: Gläubige stürzen sich trotz klirrender Kälte in die Fluten

Ein Fest der Eistaucher

Nach Angaben von Novyny.live: Bei eisigen Temperaturen haben zahlreiche Odessiten am 19. Januar das orthodoxe Fest der Taufe Christi begangen. Der Brauch, an diesem Tag in das winterkalte Meer zu steigen, ist für viele längst mehr als nur ein religiöses Ritual – er gilt auch als probates Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte. Jahr für Jahr zieht es die Stadtbewohner zu den Winterbädern, eine Tradition, die ungebrochen populär bleibt.

Erfahrene Eisbader berichten

Viele Einwohner Odessas sind geübte Winterbader. Einer von ihnen, Dmitro, praktiziert dies seit über zehn Jahren. Er nutzte die Gelegenheit, da er in der Vergangenheit oft aus Zeitmangel verhindert war. Ein anderer Dmitro schilderte seine Motivation:

„Beim ersten Mal bin ich eingetaucht, weil ich unter chronischer Bronchitis litt. Jetzt bade ich seit etwa sieben Jahren und habe die Krankheit vergessen.“ - Dmitro

Unter den Teilnehmenden war auch Renata, die seit acht Jahren dabei ist. Sie sagte: „Ich habe dieses Jahr schon zwei Feste gefeiert und bin heute einfach aus Gesellschaftlichkeit gekommen.“ Sergej, ein weiterer Anhänger des winterlichen Badevergnügens, meinte nüchtern: „Wir baden oft, daher ist heute für uns ein ganz normaler, aktiver Tag.“ Auch Olena nahm teil. Für sie ist das Winterbaden eine Überwindung der eigenen Ängste, doch in diesem Jahr war es besonders hart: „Heute war es wirklich kalt. Im letzten Jahr fiel der Einstieg deutlich leichter.“ Jaroslav wagte nach seiner Jugend erst zum zweiten Mal im Leben den Sprung ins Meer. Er gestand: „Ich habe mich entschlossen zu kommen, weil heute Feiertag ist – obwohl ich das letzte Mal mit zwölf Jahren so etwas gemacht habe.“

So wurde das Taufe-Fest in Odessa zu einem lebendigen Ereignis, das Menschen vereinte, die an Traditionen festhalten und im Winterbaden einen wichtigen Aspekt für ihr Leben und ihre Gesundheit sehen. Trotz der klirrenden Kälte stürzten sich die Odessiten mit Freude in die eisigen Fluten und pflegten damit einen uralten Brauch.

Die Taufe Christi ist ein fester Bestandteil des ukrainischen Kulturerbes und symbolisiert Reinigung und Erneuerung. Diese Tradition zieht nicht nur religiös Gläubige an, sondern auch Menschen, die ihre Gesundheit verbessern und ihr Immunsystem stärken möchten. Die Teilnahme an den Winterbädern trotz der frostigen Temperaturen zeugt von der Widerstandsfähigkeit und der Verbundenheit der Odessiten mit ihren Bräuchen, was dieses Fest für viele so besonders macht. Angesichts der anhaltenden Beliebtheit ist zu erwarten, dass diese Tradition auch bei künftigen Generationen weiterleben wird.


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