Ukrainische Abgeordnete: Telegram-Verbot ist keine Lösung, Verifikation aber nötig.
Stellungnahme von Abgeordneter Irina Borzova zu Telegram
Nach Angaben von Novyny.live: Die ukrainische Abgeordnete Irina Borzova von der Fraktion 'Diener des Volkes' hat klargestellt, dass es im Parlament derzeit keine Gesetzentwürfe zur Blockade des Messengers Telegram gibt. Sie betonte jedoch die dringende Notwendigkeit einer Verifizierung von Telegram-Kanälen, da vor allem junge Menschen dieses Kommunikationsmittel intensiv nutzen.
Das Interview mit Irina Borzova fand am 26. Februar statt. Hintergrund waren die Ereignisse in Lwiw am 22. Februar, wo ein Terroranschlag verübt wurde. Bei den Explosionen kam eine 23-jährige Polizistin ums Leben. Die Attentäterin war über Telegram angeworben worden. Borzova äußerte sich besorgt darüber, dass über den Messenger junge Menschen, Frauen und Kinder für gefährliche Aktivitäten rekrutiert werden könnten.
'Wenn wir über Telegram als Kommunikationsweg sprechen, beunruhigt mich, dass heute tatsächlich Frauen, junge Männer und auch Kinder, einschließlich Jugendlicher, für verschiedene höchst verwerfliche Taten angeworben werden können. Wir alle wissen und verstehen, dass über Telegram Drogen verkauft werden.' Irina Borzova
Regulierungsbedarf für Telegram
Irina Borzova hob zudem die Notwendigkeit einer offiziellen Regulierung dieses Bereichs hervor. Dies würde es den Strafverfolgungsbehörden erleichtern, effektiver zu arbeiten und Personen zu finden, die gegen das Gesetz verstoßen.
'Alles muss offiziell geregelt sein, damit es sogar für die Strafverfolgungsbehörden später einfacher ist zu arbeiten und jene Menschen zu finden, die Gesetze brechen und heute Ukrainer anwerben.' Irina Borzova
Die Abgeordnete ist überzeugt, dass in diesem Bereich Ordnung und Transparenz geschaffen werden müssen: 'Daher ist meine persönliche Meinung, dass in diesem Bereich wahrscheinlich Ordnung geschaffen werden muss, alles sollte transparent sein.'
Gleichzeitig stellte Irina Borzova klar, dass ein Verbot des Messengers kein Ausweg sei, da Nutzer einfach auf andere soziale Netzwerke ausweichen würden. 'Den Messenger zu verbieten ist keine Lösung, da die Leute dann andere soziale Netzwerke nutzen werden', unterstrich sie. Die Bedeutung der Frage nach dem Betrieb von Telegram in der Ukraine wurde auch von Irina Wereschtschuk thematisiert.
Die Äußerungen von Irina Borzova unterstreichen die Aktualität des Themas Sicherheit im digitalen Raum, insbesondere im Kontext der möglichen Anwerbung junger Menschen für illegale oder gefährliche Handlungen. Ihr Appell für eine Regulierung der Aktivitäten auf Telegram-Kanälen könnte auf Bestrebungen des Staates hindeuten, einen Ausgleich zwischen Informationsfreiheit und dem Schutz der Bürger zu finden. Angesichts anhaltender Bedrohungen wie dem Terrorismus ist es wichtig, nicht nur auf Vorfälle zu reagieren, sondern ihnen durch eine systematische Regulierung der virtuellen Umgebung vorzubeugen. Die Debatte zeigt die schwierige Gratwanderung zwischen Sicherheit und Freiheit in der digitalen Kommunikation.
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