Ein Archäologe fällt für die Ukraine: Die Tragödie des Restaurators Oleksij Wojtjuk bei Bachmut.

Ein Archäologe fällt für die Ukraine: Die Tragödie des Restaurators Oleksij Wojtjuk bei Bachmut
Ein Archäologe fällt für die Ukraine: Die Tragödie des Restaurators Oleksij Wojtjuk bei Bachmut

Leben und Tod eines Bewahrers

Nach Angaben von TSN.ua: Der ukrainische Restaurator und Archäologe Oleksij Wojtjuk fiel 2023 im Alter von 38 Jahren an der Front bei der Verteidigung von Bachmut. Seit jenem Jahr galt er zunächst als vermisst, bis sein Tod durch eine DNA-Expertise bestätigt werden konnte. Die Gemeinschaft nahm daraufhin Abschied von einem talentierten Fachmann, der in Archäologie und Denkmalpflege deutliche Spuren hinterließ. Sein Tod ist ein Sinnbild für den unermesslichen Verlust, den der Krieg für die ukrainische Kultur bedeutet.

Ein Leben für das kulturelle Erbe

Im Riwener Heimatkundemuseum war Oleksij Wojtjuk für die Restaurierung von Keramik und Metall zuständig. Eine seiner bedeutendsten Entdeckungen war ein Gräberfeld aus der Kupfersteinzeit, ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der ukrainischen Frühgeschichte. Seine fachliche Kompetenz bewies er auch durch die Identifizierung der Überreste der Fürsten Czartoryski während einer Ausgrabung. Darüber hinaus arbeitete er als Experte für den ukrainischen Sicherheitsdienst SBU im Kampf gegen den Antikenschmuggel – ein Engagement, das seinen aktiven Einsatz für den Schutz des nationalen Kulturerbes unterstreicht.

Nach dem russischen Angriffskrieg meldete sich Oleksij Wojtjuk 2022 freiwillig zum Dienst. Er kämpfte als Maschinenschütze in den Reihen der Territorialverteidigung und setzte sich so persönlich für die Verteidigung seiner Heimat ein.

Olha Morosowa, stellvertretende Museumsdirektorin, betonte: 'Es gibt heute in der Ukraine nur sehr wenige Restauratoren. Aus dem ganzen Land wandte man sich mit Anfragen an ihn. Er konnte es, er brannte dafür, aber es sollte nicht sein.'

Jurij Ojzjus, Leiter des Clubs 'Ostwyzja', hob hervor, dass Wojtjuk 'eine Archäologie nicht sowjetischen Typs' anstrebte. Er hatte eine klare Vision für die Entwicklung der ukrainischen Wissenschaft. Sein Verlust wiegt für die Fachgemeinschaft und das Land unendlich schwer. Sein Beitrag zu Wissenschaft und Kultur wird in Erinnerung bleiben.

Der Tod von Oleksij Wojtjuk markiert nicht nur den Verlust eines herausragenden Experten. Er macht auch schmerzlich bewusst, wie existenziell der Schutz des kulturellen Erbes in Kriegszeiten ist. Sein Wirken stand beispielhaft für Professionalität und Hingabe und zeigt, wie wichtig die Unterstützung der Wissenschaft selbst in den dunkelsten Stunden ist. Der Tod solcher Persönlichkeiten hinterlässt eine tiefe Lücke in der Kulturlandschaft und in der gesamten Gesellschaft.


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