Zelenskyj stellt klare Bedingung: Erst Sicherheitsgarantien, dann Friedensverhandlungen.
Die Suche nach Sicherheit für die Ukraine
Nach Angaben von Novyny.live: Präsident Wolodymyr Zelenskyj hat die Notwendigkeit neuer Sicherheitsgarantien für sein Land betont. Dabei verwies er auf das historische Trauma des Budapester Memorandums aus den 1990er Jahren. Damals gab die Ukraine ihr gesamtes nukleares Arsenal sowie Dutzende Kampfflugzeuge ab – im Tausch für Zusicherungen ihrer Souveränität und territorialen Unversehrtheit. Diese Erfahrung hat ein tiefes Misstrauen gegenüber internationalen Verträgen in der ukrainischen Bevölkerung hinterlassen.
Zelenskyj machte deutlich, dass die damals erhaltenen Garantien wirkungslos blieben.
„Wir gaben die Atomwaffen ab, andere Waffen, viele Flugzeuge, Dutzende Flugzeuge. Ja, wir gaben sie ab und erhielten Sicherheitsgarantien, dass unsere Souveränität gewahrt und wir unabhängig bleiben würden. Am Ende haben wir weder diese Waffen noch die Sicherheitsgarantien, denn Russland kam, und niemand griff Russland an. Niemand rettete unsere Unabhängigkeit“, unterstrich der Präsident.Der Verweis auf dieses gebrochene Versprechen ist ein zentraler Schlüssel zum Verständnis der aktuellen ukrainischen Position.
Eine neue Verhandlungslogik
Vor diesem Hintergrund forderte der Staatschef eine umgekehrte Reihenfolge für künftige Friedensgespräche.
„Unsere amerikanischen Freunde haben Sicherheitsgarantien vorbereitet, sagten aber: ‚Schaut, zuerst tauscht Gebiete aus oder so etwas, und dann kommen die Sicherheitsgarantien‘. Deshalb denke ich: zuerst die Sicherheitsgarantien. Zweitens bedeutet das nicht, dass wir unsere Gebiete abgeben werden, denn das sind verschiedene Fragen“, fügte Wolodymyr Zelenskyj hinzu.
Die klare Aussage des ukrainischen Präsidenten spiegelt die strategischen Lehren aus der jüngeren Geschichte wider. Die schmerzhafte Erfahrung mit dem Budapester Memorandum prägt heute die Forderung nach verbindlichen und wirksamen Sicherheitszusagen, die einem Friedensschluss vorausgehen müssen. Nur so kann aus ukrainischer Sicht verhindert werden, dass territoriale Zugeständnisse am Ende erneut ohne jeglichen Schutz bleiben.
Lesen Sie auch
- Trump lenkt die Aufmerksamkeit von Iran auf die Ukraine: Was steht bevor für Kiew nach dem Abkommen
- Selenskyj reist zum NATO-Gipfel nach Ankara: Kiew von strategischen Entscheidungen ausgeschlossen
- Neue Verteidigungs- und Wirtschaftsbeschlüsse der G7 für die Ukraine: Das steckt dahinter
- EU-Sanktionen gegen Russland und Start von Verhandlungskapiteln: Selenskyj trifft sich mit Brüsseler Spitzen
- Eigenes Raketenprogramm: Wann die Ukraine Ziele in Russland treffen kann
- Neue Ära im Krieg: Ukrainische Raketen sollen ab 2027 alles verändern

