Zelensky: US-Sicherheitsgarantien erst nach Abkommen mit Russland möglich.
Interview des ukrainischen Präsidenten
Nach Angaben von Novyny.live: In einem Gespräch mit der italienischen Zeitung Corriere Della Serra äußerte sich der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj zu mehreren Schlüsselthemen. Dabei ging es um Defizite bei der Luftabwehr, mögliche Wahlen in der Ukraine sowie neutrale Staaten, die als Vermittler für Gespräche mit Russland in Frage kommen. Der Präsident bekräftigte zudem die prinzipielle Bereitschaft der USA, Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu unterzeichnen.
Selenskyj machte deutlich, dass ein solcher Schritt der Vereinigten Staaten ausschließlich im Rahmen eines umfassenden Abkommens mit Russland erfolgen könne. In diesem Zusammenhang stellte er fest:
„Europa kann die Hilfe der USA für die Ukraine derzeit nicht ersetzen.“Der Präsident verwies auch darauf, dass derzeit kein Termin für mögliche Wahlen in der Ukraine feststehe.
Friedensgespräche und territoriale Fragen
Als mögliche neutrale Orte für künftige Verhandlungen mit Russland nannte Selenskyj im Vorfeld von Friedensgesprächen folgende Länder:
- Österreich
- den Vatikan
- die Türkei
Die nächsten Gespräche sind für den 5. und 6. März angesetzt. Zudem kündigte der Präsident einen Gefangenenaustausch an, der ein wichtiger Schritt zur Deeskalation des Konflikts sein könnte.
Selenskyj signalisierte die Bereitschaft Kiews, anderen Ländern Unterstützung anzubieten, sollten diese Russland zu einer ein- oder zweimonatigen Waffenruhe bewegen. Seit Anfang 2026 hat die Ukraine 460 Quadratkilometer ihres Territoriums zurückgewonnen – ein Zeichen für allmähliche Fortschritte an der Front im Osten des Landes. Diese Entwicklung zeigt, dass militärischer und diplomatischer Druck Hand in Hand gehen müssen.
Die Äußerungen des Staatschefs unterstreichen die aktive Suche nach Wegen für eine friedliche Beilegung des Konflikts mit Russland. Sie machen aber auch die anhaltende Abhängigkeit von internationaler, vor allem amerikanischer Unterstützung in Sicherheitsfragen deutlich. Die Benennung neutraler Verhandlungsorte könnte neue diplomatische Möglichkeiten eröffnen. Die anstehenden Gespräche und vereinbarten Austauschmaßnahmen werden für die weitere Stabilisierung der Region von entscheidender Bedeutung sein.
Lesen Sie auch
- Angriff auf Raffinerie in Ufa: Warum Russland jetzt mit Treibstoffknappheit kämpft – Selenskyj bestätigt Militäroperation
- Grünes Licht für Nationales Pantheon: 287 Abgeordnete stimmten für Selenskyjs Gesetzesinitiative
- Europäische Integration im Fokus: Selenskyj zu Gesprächen in Irland eingetroffen
- Ukrainischer Präsident bringt Gesetz für Nationalpantheon ein – Polen reagiert mit Rückgabe eines Ordens
- Nächtlicher Angriff auf Kiew: Drohnen und Raketen erschüttern die Stadt am 2. Juli
- Fünf neue EU-Beitrittskapitel: Selenskyj kündigt nächste Verhandlungsrunde an

