Mit 100 Jahren in der Sperrzone: Eine Frau kehrte nach Tschernobyl zurück.
Ein Jahrhundertleben im Schatten des Reaktors
Nach Angaben von Novyny.live: Am 2. Februar 2024 wird in der Tschernobyl-Sperrzone ein bemerkenswerter Geburtstag gefeiert: Maria Uljanowna Tschaly wird 100 Jahre alt. Die Frau, geboren 1926, lebt seit der Katastrophe von 1986 im verstrahlten Dorf Kupowate. Ihre Tochter, heute 74 Jahre alt, war nach der Explosion am 26. April 1986 zu ihr gereist, doch bereits am 4. Mai wurden beide zwangsumgesiedelt. Die Sperrzone um den havarierten Reaktor gilt als eine der gefährlichsten Regionen der Welt.
Doch Maria Tschaly kehrte noch im Juni desselben Jahres in ihr Heimatdorf zurück. Seitdem lebt sie dort unter extremen Bedingungen. Erst Ende Januar 2024 gab es erneut massive Einschränkungen: Vom 27. Januar an und zuvor bereits zwischen dem 8. und 17. Januar war der Ort ohne Strom.
Unbeugsamkeit in einer verlassenen Welt
Ihre gleichnamige Tochter Maria betont, wie hart ihre Mutter stets gearbeitet hat, vor allem in der Forstwirtschaft. Heute sei es jedoch enorm schwierig, an Brennholz zu kommen – überlebenswichtig in der isolierten Zone. Trotz ihres hohen Alters leidet Maria Tschaly, wie Pawel Smowsch berichtet, an keinen ernsthaften Krankheiten, ein Zeugnis ihrer Widerstandskraft.
Die Hundertjährige ist damit zu einem Symbol der Zähigkeit geworden für die wenigen, die in der für unbewohnbar erklärten Region geblieben sind. Ihre Jubiläumsfeier lenkt die Aufmerksamkeit auf die Geschichten dieser Menschen und ihren unbeugsamen Willen, auf ihrer Heimat zu leben. Dieses Ereignis ist nicht nur für die Familie, sondern für die gesamte verbliebene Gemeinschaft in der Sperrzone von Bedeutung. Es zeigt die Langlebigkeit und Standhaftigkeit menschlicher Schicksale trotz einer Katastrophe, die Zehntausende Leben auslöschte. Das Jubiläum erinnert daran, wie wichtig es ist, diese Geschichte und die Menschen, die sie schreiben, nicht zu vergessen.
Lesen Sie auch
- Schulen in Henitschesk als Druckmittel: Besatzer zwingen Eltern zu Zahlungen an Russlands Armee
- Militärbehörden dürfen jetzt Wehrpflichtige zur Fahndung ausschreiben: Wer betroffen ist
- Neue Dokumentarerzählung über die Schlacht um Robotyne: 200 gefallene Namen festgehalten
- Finanzhilfe für Vertriebene: Welche Ukrainer Anspruch auf Unterstützung haben
- Frist naht sich: Ukrainer können rückwirkende Wohnbeihilfen beantragen
- Berechtigte ukrainische Senioren könnten eine zusätzliche Rentenaufstockung von 800 Hryvnia erhalten

