20.000 Griwna für einen Führerschein: Wie ukrainische Fahrschulen mit gefälschten Dokumenten handeln.

20.000 Griwna für einen Führerschein: Wie ukrainische Fahrschulen mit gefälschten Dokumenten handeln
20.000 Griwna für einen Führerschein: Wie ukrainische Fahrschulen mit gefälschten Dokumenten handeln

Undercover-Recherche des Projekts 'Hapuga.UA'

Nach Angaben von TSN.ua: Für umgerechnet rund 500 Euro ersteigerten Journalisten des ukrainischen Rechercheprojekts 'Hapuga.UA' einen gefälschten Führerschein – ausgestellt auf eine komplett erfundene Person. Der Testkauf offenbart ein betrügerisches Netzwerk, das Fahrschulen mit der Herstellung illegaler Dokumente verbindet. Zum Vergleich: Eine reguläre Ausbildung in einer Fahrschule kostet in der Ukraine etwa 38.000 Griwna (circa 950 Euro), womit die Fälschung deutlich günstiger ist.

Die Beschuldigten und ihre Methoden

Im Zentrum der Ermittlungen steht die Fahrschule 'Vesta'. Gegen ihre Verantwortlichen wurde ein Strafverfahren eingeleitet, nachdem sie eine unrechtmäßige Zuwendung in Höhe von 15.000 Griwna angenommen haben sollen. Die Drahtzieherin, die unter dem Pseudonym 'Alina Bogoljubowa' auftrat, wies die Käufer an, das Geld auf die Konten realer Personen zu überweisen – namentlich Ira Remenjaka und Maxim Kossarew.

Die Expertin Angela Christowa, die die Dokumente begutachtete, urteilte eindeutig:

'Das ist zu 100 Prozent eine Fälschung.'
Eine andere involvierte Person, Myroslawa Soroka, distanzierte sich hingegen mit den Worten: 'Ich habe nichts mit Führerscheinen zu tun.' Die Vorfälle stellen einen schwerwiegenden Verstoß gegen ukrainisches Recht dar, insbesondere gegen Artikel 358 des Strafgesetzbuches, der Urkundenfälschung unter Strafe stellt.

Neben 'Vesta' wurden auch andere Fahrschulen mit den betrügerischen Machenschaften in Verbindung gebracht:

  • 'Taurus'
  • '69'
  • 'Patriot'
  • 'Megapolis'

Diese Enthüllungen sind alarmierend und erfordern gründliche weitere Untersuchungen. Sie untergraben massiv das Vertrauen in das gesamte System der Fahrerausbildung in der Ukraine.

Die aufgedeckten Praktiken zeigen, wie weit verbreitet Betrug in diesem Sektor ist. Dies hat nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern gefährdet auch die allgemeine Verkehrssicherheit, da nicht ausreichend ausgebildete Fahrer am Straßenverkehr teilnehmen können. Die Behörden stehen nun vor der Aufgabe, das gesamte Netzwerk zu entwirren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.


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