Belarus rüstet gegen die Ukraine auf: Opposition übergibt Beweise an Kiew.
Analysebericht der belarussischen Opposition
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat von der belarussischen Opposition einen Analysebericht erhalten, der Hinweise auf eine mögliche Kriegsbeteiligung von Belarus an der Seite Russlands liefert. Übergeben wurde das Dokument von Pawel Latuschko, dem stellvertretenden Leiter des Vereinigten Übergangskabinetts von Belarus. Er erklärte dazu:
„Wir dokumentieren Belege, die auf eine Vorbereitung von Belarus auf eine mögliche direkte Beteiligung am Krieg auf russischer Seite hindeuten.“ – Pawel Latuschko
Der Bericht zeigt auf, dass Belarus seit 2022 tiefgreifende Veränderungen im Militär- und Gesetzesbereich durchlaufen hat. Besonders hervorzuheben ist, dass das Land durch Verfassungsänderungen seinen Status als neutraler und atomwaffenfreier Staat verloren hat. Die im Jahr 2024 verabschiedete neue Militärdoktrin erlaubt nun sogar präventive Angriffe – ein klares Zeichen für eine Eskalation der militärischen Aktivitäten und möglicherweise für eine intensivere Einbindung in Kampfhandlungen.
Umstrukturierung der belarussischen Streitkräfte
Weitere Details des Berichts betreffen die personelle Aufstockung der Armee. So ist die Zahl der Berufssoldaten seit 2022 um etwa das Eineinhalbfache gestiegen. Die wichtigsten Kennzahlen:
- Das Mobilisierungsreservoir von Belarus wird auf 289.000 Personen geschätzt.
- Die Gesamtstärke der Armee könnte auf über 80.000 Soldaten anwachsen.
- Die sogenannte „Volksmiliz“ könnte potenziell eine Stärke von 150.000 Personen erreichen.
Vor diesem Hintergrund forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits am 19. Juni 2023 Belarus auf, seine Funkrelaisstationen abzubauen. Damit unterstrich er die Gefahren, die von einer verstärkten militärischen Zusammenarbeit zwischen Belarus und Russland ausgehen.
Der von der belarussischen Opposition vorgelegte Bericht unterstreicht, wie wichtig eine genaue Beobachtung der militärischen Entwicklungen in Belarus ist – denn diese könnten weitreichende Folgen für die regionale Sicherheit haben. Angesichts der wachsenden militärischen Aktivitäten und der Änderungen in der belarussischen Militärdoktrin müssen die Ukraine und die internationale Gemeinschaft wachsam bleiben. Die enge Kooperation zwischen Belarus und Russland birgt das Risiko weiterer Spannungen im Osten Europas und könnte die Sicherheit der Nachbarländer gefährden.
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