Gericht lehnt Einfrieren der Hypothek wegen Krieg ab: Kreditnehmer muss 1,2 Mio. zahlen.
Nach Angaben von inkorr.com: In der Region Poltawa hat das Gericht die Klage eines Mannes abgewiesen, der gebeten hatte, die Zahlung des Hypothekendarlehens während des Kriegszustands auszusetzen. Die Schulden des Kreditnehmers gegenüber der „PrivatBank“ betragen über 1,27 Millionen UAH, und er wollte, dass das Gericht den Krieg als höhere Gewalt anerkennt und ihn von Strafen befreit. Dies berichtet Informator.
Der Streit mit der Bank
Den Gerichtsunterlagen zufolge hatte der Mann am 1. Oktober 2021 einen Kreditvertrag mit der „PrivatBank“ über 1,41 Millionen UAH bis 2041 abgeschlossen. Allerdings hatte er bereits ab Mai 2025 eine Schuld von 1 271 156 UAH, die sich zusammensetzte aus:
1 155 187 UAH — Kapital;
115 969 UAH — Zinsen.
Der Kreditnehmer behauptete, dass er aufgrund des Krieges nicht in der Lage war, die Schulden rechtzeitig zu begleichen. Vor Gericht forderte er:
die Verpflichtungen während des Kriegszustands auszusetzen;
Strafen und Bußgelder zu anulieren;
die Höhe der monatlichen Zahlungen und den Marktwert der Wohnung zu überprüfen.
Der Mann verwies auf das Gesetz „Über den rechtlichen Rahmen des Kriegszustands“ und Artikel 623 des Zivilgesetzbuchs der Ukraine, die den Krieg als höhere Gewalt anerkennen. Außerdem stellte er fest, dass er sich an die Bank wegen Umstrukturierung gewandt hatte, erhielt jedoch nur Ablehnungen.
Urteil des Gerichts
Das Stadt- und Bezirksgericht von Lubny unterstützte die Position der Bank. Die Richter erkannten an, dass die „PrivatBank“ ihren Verpflichtungen nachgekommen war, während der Kreditnehmer seine Zahlungen nicht geleistet hatte.
„Höhere Gewalt entbindet nicht von der Erfüllung von Verpflichtungen, sofern nicht nachgewiesen wird, dass sie die Erfüllung des Vertrages in diesem Fall unmöglich gemacht haben“, heißt es im Urteil.
Das Gericht stellte auch fest, dass der Kreditnehmer bis September 2024 Schulden gezahlt hatte, sodass der Krieg nicht der Grund für die vollständige Unmöglichkeit der Zahlung war. Die Umstrukturierung ist ein Recht der Bank und keine Pflicht, wurde im Urteil betont.
Infolge dessen beschloss das Gericht, 1 271 156 UAH Schulden aus dem Hypothekenvertrag zugunsten der „PrivatBank“ von dem Mann einzutreiben.
Dieser Fall wurde zu einem weiteren offensichtlichen Beispiel für die Schwierigkeiten, mit denen Kreditnehmer im Krieg konfrontiert sind. Obwohl das Gesetz bestimmte Erleichterungen während höherer Gewalt anerkennt, betonte das Gericht, dass das Vorhandensein solcher Umstände nicht immer von Verpflichtungen aus Verträgen entbindet. Wichtig ist, dass Kreditnehmer in ähnlichen Situationen weiterhin die Möglichkeit haben, mit Banken Umstrukturierungsvereinbarungen abzuschließen, die helfen können, weitere finanzielle Schwierigkeiten zu vermeiden.
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