Gref fordert Zinssenkung in Russland – Investitionseinbruch als Alarmzeichen.

Gref fordert Zinssenkung in Russland – Investitionseinbruch als Alarmzeichen
Gref fordert Zinssenkung in Russland – Investitionseinbruch als Alarmzeichen

Russlands Wirtschaft in der Krise

Nach Angaben von Espreso.tv: Am Mittwoch, dem 25. Oktober 2023, äußerte sich Herman Gref auf der Aktionärsversammlung der Sberbank zur Notwendigkeit einer Senkung des Leitzinses in Russland. Der Chef des größten russischen Geldinstituts begründete dies mit der nachlassenden Wirtschaftsdynamik und Schwierigkeiten im Energiesektor. Diese Faktoren machten eine Anpassung der aktuellen Finanzpolitik erforderlich. Gref betonte:

„Eine Volkswirtschaft kann unter extrem hohen Realzinsen auf Dauer nicht existieren. Wir haben die Wirtschaft bereits überkühlt, und der Zins muss gesenkt werden.“

Derzeit liegt der reale Leitzins in Russland bei etwa zehn Prozent. Angesichts eines Rückgangs der Investitionstätigkeit um mehr als 14 Prozent könnte diese Höhe die Konjunktur weiter abwürgen. Gref warnte:

„Die restriktive Geldpolitik belastet bereits jetzt die Investitionsbereitschaft spürbar.“
Prognosen zufolge droht das Investitionsvolumen bis 2026 um weitere zwei bis drei Prozent zu schrumpfen. Die wirtschaftliche Abkühlung sei damit kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein strukturelles Problem.

Haushaltsdefizit und Energiesektor unter Druck

Die russische Staatskasse weist ein massives Defizit auf: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 summierte es sich auf 5,9 Billionen Rubel. Ein wesentlicher Treiber sind die um 40 Prozent über dem ursprünglichen Haushaltsplan für 2026 liegenden Militärausgaben. Trotz dieser finanziellen Schieflage stieg der Export von Pipeline-Öl binnen Monatsfrist um 22 Prozent. Gleichzeitig brach die Benzinproduktion im Juni 2026 im Jahresvergleich um 25 Prozent ein – ein deutliches Indiz für die Krise des Energiesektors.

Gref zufolge liegt „der Schlüssel zur Investitionstätigkeit der Unternehmen“ in einer Abkehr von der bisherigen Politik. Nur so lasse sich die wirtschaftliche Lage stabilisieren. Seit Jahresbeginn 2026 hat Russland durch Angriffe auf seine Erdölverarbeitungsinfrastruktur mindestens sieben Milliarden US-Dollar verloren. Vor diesem Hintergrund seien wirksame Maßnahmen zur Wiederbelebung des Investitionsklimas dringend geboten.

Die Aussagen Herman Grefs spiegeln die wachsende Besorgnis über die russische Wirtschaft wider, die unter den steigenden Kriegsausgaben und den Problemen im Energiesektor leidet. Eine Senkung der Leitzinsen könnte ein Instrument sein, um Investitionen anzukurbeln und die Konjunktur zu beleben. Ob dies gelingt, hängt jedoch von möglichen Kurswechseln in der Innen- und Außenpolitik sowie von den globalen Rahmenbedingungen ab.


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