Ukrainische Inflation steigt auf 7,6 Prozent: Sprit und Lebensmittel treiben Preise.
Landeswährung unter Druck: Ukraine kämpft mit steigenden Preisen
Nach Angaben von TSN.ua: Die Ukraine erlebt einen deutlichen Preisanstieg und eine Schwächung ihrer Währung. Auslöser sind höhere Energiekosten, neue steuerliche Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie die Blockade von EU-Kredithilfen durch Ungarn. Laut aktuellen Angaben erreichte die jährliche Teuerungsrate im Februar 2026 einen Wert von 7,6 Prozent. Diese Entwicklung setzt die ukrainische Wirtschaft zunehmend unter Druck.
Besonders stark fällt der Anstieg bei Treibstoffen aus: Superbenzin der Sorte A-95 verteuerte sich um 20 Prozent, Diesel sogar um 35 Prozent. Der offizielle Dollarkurs kletterte seit Jahresbeginn 2026 von 42,30 auf 44,16 Hrywnja – ein klares Zeichen für den wachsenden Druck auf die heimische Währung. Um den Kurs zu stützen, hat die Nationalbank der Ukraine seit Januar über 8,3 Milliarden Dollar in Deviseninterventionen gesteckt.
Lebensmittelpreise explodieren – neue Steuerpläne belasten zusätzlich
Bei Nahrungsmitteln zeigt sich ein ähnliches Bild: Buchweizen kostet mit 52,46 Hrywnja pro Kilo inzwischen 59 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Auch Eier sind teurer geworden – im März lag der Durchschnittspreis für zehn Stück bei 68,33 Hrywnja, ein Plus von 3,1 Prozent binnen eines Monats.
„Die Preissteigerungen bei Treibstoff, Dienstleistungen und Rohwaren fielen etwas stärker aus als erwartet“, kommentierte Andrij Pyschnyj, Chef der ukrainischen Nationalbank, die Lage.
Hinzu kommt ein Gesetzesentwurf des Finanzministeriums, der ab dem 1. Januar 2027 höhere Steuern für Einzelunternehmer mit einem Jahreseinkommen von über vier Millionen Hrywnja vorsieht. Diese Maßnahme könnte die wirtschaftliche Situation weiter verschärfen. Danylo Hetmanzew wies darauf hin, dass „die innenpolitische Krise im Parlament bereits die Entscheidungen blockiert, die für die Zusammenarbeit mit dem IWF nötig sind“.
Erschwerend kommt hinzu, dass Ungarn und die Slowakei die Freigabe eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für die Ukraine weiterhin blockieren. Trotz dieser Hindernisse betonte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass „die Entschlossenheit des Blocks, die Ukraine zu unterstützen, nur noch stärker geworden ist“.
Die Kombination aus steigenden Preisen, einer schwächelnden Währung und blockierten internationalen Hilfen stellt die Ukraine vor immense wirtschaftliche Herausforderungen. Regierung und internationale Partner sind gefordert, rasch zu handeln. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie gut es der Ukraine gelingt, interne Hürden zu überwinden und das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen.
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