Kreml-naher Blogger nennt Putin illegitim und landet in der Psychiatrie.

Kreml-naher Blogger nennt Putin illegitim und landet in der Psychiatrie
Kreml-naher Blogger nennt Putin illegitim und landet in der Psychiatrie

Einweisung von Ilja Remeslo

Nach Angaben von TSN.ua: Am 19. März wurde der Blogger Ilja Remeslo, der zuvor als Unterstützer des Kremls bekannt war, in eine psychiatrische Klinik in Sankt Petersburg eingeliefert. Zuvor hatte er am 17. und 18. März auf Telegram mehrere Beiträge veröffentlicht, in denen er scharfe Kritik an der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin äußerte. Remeslo bezeichnete den Krieg in der Ukraine als ‚völlig aussichtslos‘ und sprach Putin die Legitimität als Präsident ab. Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die Risiken, denen selbst ehemalige Regimebefürworter bei abweichenden Meinungen ausgesetzt sind.

Remeslos Aussagen

In seinen Texten forderte Remeslo den Rücktritt Putins und verlangte, ihn vor Gericht zu stellen – als Kriegsverbrecher und Dieb. Er erklärte wörtlich:

‚Wladimir Putin ist kein legitimer Präsident. Wladimir Putin muss zurücktreten und in einem Gerichtsverfahren als Kriegsverbrecher und Dieb zur Rechenschaft gezogen werden.‘ Ilja Remeslo

Remeslo befindet sich derzeit in der Station 16 des Krankenhauses, einer Abteilung, die auf die Behandlung von Männern mit psychotischen Störungen spezialisiert ist. Seine Veröffentlichungen offenbaren eine tiefe Unzufriedenheit mit der Lage im Land und thematisieren unter anderem:

  • den Krieg gegen die Ukraine
  • die Zensur im Internet und in den Medien
  • Putins unbefristete Amtszeit
  • die Missachtung der Bürger
  • eine ‚wahnsinnige Gier nach Luxus‘

Der Journalist Alexander Pluschtschow führte am 18. März ein Interview mit Remeslo, in dem dieser seine Gedanken und Sorgen über die politische Lage und die Machtverhältnisse darlegte. Die Einweisung des Bloggers hat in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt, insbesondere bei Aktivisten und Regimekritikern, die darin ein weiteres Beispiel für die Unterdrückung abweichender Stimmen sehen.

Der Fall Remeslo könnte auf eine wachsende Unzufriedenheit in der russischen Gesellschaft hinweisen, selbst bei Personen, die der Führung einst nahestanden. Er verdeutlicht zudem die Gefahren, denen Kritiker des Systems ausgesetzt sind, wenn ihre Ansichten zu ernsten Konsequenzen führen. In einem Umfeld von anhaltender Zensur und Repression könnten Vorfälle wie dieser als Warnsignal für all jene dienen, die ihre ablehnende Haltung gegenüber der herrschenden Politik äußern wollen.


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