Oleksandr Syrskiy hat zu einer Stärkung der Mobilisierung aufgerufen: Warum das nicht funktionieren wird.
Nach Angaben von ТСН: In der Ukraine wird zunehmend über die Notwendigkeit von verstärkten Mobilisierungsmaßnahmen diskutiert. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Syrskiy, hat diese Notwendigkeit hervorgehoben.
Oles Doniy, Politologe und Leiter des Zentrums für politische Werte, glaubt, dass die Ukraine eine echte Mobilisierung braucht, die eine echte Unterstützung für die Armee darstellt und kein bloßer formaler Schritt ist.
„Das Problem ist viel umfassender als die Verstärkung der Mobilisierung. Wir haben ein Problem mit der Auffüllung der Armee. Die Probleme mit der Mobilisierung sind nur ein Teil von vielen Faktoren, die die Auffüllung der Armee betreffen“, stellt Doniy fest.
Der Experte betont, dass wir trotz geringerer demografischer Ressourcen in der Ukraine im Vergleich zu Russland weiterhin unsere Armee stärken können. Er hebt vier entscheidende Komponenten zur Verstärkung der ukrainischen Streitkräfte hervor.
Gesellschaftliche Motivation: Rückkehr zur Demokratie
Die erste und wichtigste Komponente ist die gesellschaftliche Motivation. „Zu Beginn des Krieges standen die Ukrainer in langen Schlangen vor den Rekrutierungsbüros. Es war nicht nur ein Krieg zwischen der Ukraine und Russland, sondern ein Krieg der Demokratie gegen den Autoritarismus. Das inspirierte die Ukrainer, aber leider haben wir in den letzten vier Jahren diese Motivation verloren“, konstatierte der Experte.
Doniy weist auch auf die Wichtigkeit der Institutionen des demokratischen Prozesses hin. Im Jahr 2022 kämpften die Ukrainer für den Staat, an den sie glaubten. Heute stehen wir vor Problemen wie Straßensenegalisation und Desertion.
„Erstens – die Rückkehr zu Wahlverfahren während des Krieges. Das ist schwierig, aber notwendig, da der Krieg jahrelang dauern kann. Zweitens – die Öffnung der Grenzen. Die Ukraine muss demokratisch und nicht autoritär sein“, betont Doniy.
Armee reformieren und bürokratische Aufblähung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Armee-Reform. „Unsere Armee verringert sich tatsächlich nicht, aber es gibt Probleme mit dem Personal“, merkt der Experte an.
Er fügt hinzu, dass es in der Armee eine „Aufblähung“ der Bürokratie gibt, die ihre Effizienz erschwert.
Befreiung von Personal der TSK und der Grenzschutzbehörde
„Zum Beispiel sind in der TSK 100 Tausend Personen registriert, obwohl offiziell nur 36 Tausend ohne Sicherheitskräfte angegeben sind. Aber all diese Funktionen könnten an Zivilisten delegiert werden“, betont Doniy.
Er glaubt auch, dass die Öffnung der Grenzen es ermöglichen wird, Zehntausende von Menschen freizusetzen und somit die Armee zu stärken.
„Es sind nicht nur Menschen, sondern Soldaten mit Waffen, die die Westgrenze gegen die Ukrainer verteidigen. Das ist die Frage, warum die Grenzen zur EU geschlossen sind“, stellt der Experte fest.
Problem der Offiziersstruktur
Doniy weist auf das Problem der Nutzung von Offiziersstrukturen hin, da viele Offiziere nicht die entsprechenden Positionen einnehmen können.
„Es gibt viele Offiziere, aber sie werden nicht genutzt, weil es zu viele gibt“, betont der Experte.
Stärkung der Auslandsrekrutierung
Der Experte merkt auch an, dass die Auslandsrekrutierung sich verbessert hat, aber immer noch unzureichend ist. „Russland überholt uns bereits bei der Anzahl der Rekruten aus dem Ausland“, erklärt Doniy.
Änderung des Mobilisierungsansatzes
Die vierte Komponente ist die Mobilisierung. „Experten sind der Meinung, dass die derzeitige Mobilisierung nicht zu einer Steigerung des Militärpersonals führt“, stellt der Politologe fest.
Doniy schlägt vor, die Ansätze zur Mobilisierung zu überdenken, indem man sich auf bestimmte Kategorien von Bürgern konzentriert, die mobilisiert werden müssen.
Zwei Kategorien:
Mitglieder der Sicherheitskräfte
„Das sind Hunderttausende von Männern, die mobilisiert werden müssen“, wie er bemerkt.
Staatsbeamte
„Diese Kategorie sollte auch unter die Mobilisierung fallen“.
Der Experte fasst zusammen, dass die Mobilisierung dieser Kategorien helfen wird, sich auf einen langen Krieg vorzubereiten und die Front zu stärken.
Mobilisierung in der Ukraine: Was sich ändern muss
Nach der Meinung von Doniy sollte die Ukraine bedenken, dass in den drei Jahren des Krieges 300 Tausend Männer die Armee verlassen haben.
„Wenn all diese Menschen ins Gefängnis gesteckt würden, bräuchte man noch mehr Soldaten zu deren Bewachung“, ist er überzeugt.
Doniy betont, dass der Staat seine Mobilisierungsmethoden ändern muss, um ein Wachstum deserter Abwesenheiten in der Armee zu vermeiden. Der Experte ist sich sicher, dass eine verstärkte Mobilisierung ohne Änderung der Ansätze nur das Wachstum der Desertion fördern wird.
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