Monobank unter Beobachtung: Nationalbank prüft Datenschutzverstoß nach Kundendaten-Leak.
Vorwürfe gegen Monobank-Mitgründer
Nach Angaben von TSN.ua: Die Nationalbank der Ukraine hat eine Untersuchung gegen Oleg Gorochowskyj eingeleitet. Der Mitbegründer von Monobank steht im Verdacht, durch die Veröffentlichung von Kundendaten möglicherweise Bankgeheimnisse verletzt zu haben. Der Aufsichtsbehörde liegen Hinweise vor, dass vertrauliche Informationen einer Kundin öffentlich gemacht wurden, woraufhin sie eine offizielle Stellungnahme von der Bank gefordert hat.
Der Vorfall wurde ausgelöst, als Gorochowskyj auf seinem Profil im sozialen Netzwerk Threads ein Foto der Kundin Karina Kolb postete und ihr pro-russische Ansichten vorwarf. Der Bank zufolge hatte sich die Kundin bei einer Video-Identifikation vor einer Flagge gezeigt, die als russisches Symbol interpretiert wurde. Monobank reagierte darauf mit einer Sperrung ihres Kontos, da Symbole des Aggressorlandes verwendet worden seien.
Nationalbank fordert Aufklärung
In einem offiziellen Schreiben hat die Nationalbank der Ukraine Monobank zur Stellungnahme aufgefordert. Dabei beruft sich die Behörde auf die Verordnung Nr. 346, die Sanktionen und Reaktionsmechanismen bei Verstößen festlegt. Die Aufseher betonen, dass
„im Rahmen der Wahrnehmung der Funktion zum Schutz der Verbraucherrechte … Bankgeheimnisse betroffen sein können“.
Sollte die Prüfung Verstöße ergeben, kann die Aufsichtsbehörde die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen gegen die Bank ergreifen. Die betroffene Kundin Karina Kolb bestreitet die Vorwürfe indes und gibt an, die im Hintergrund sichtbare Flagge sei slowenisch und nicht russisch gewesen. Diese Aussage wirft zusätzliche Fragen zur Rechtmäßigkeit der Kontosperrung durch Monobank auf.
Der Fall hat in der ukrainischen Öffentlichkeit erhebliche Aufmerksamkeit erregt. Das Ergebnis der Untersuchung könnte weitreichende Konsequenzen für Monobank und Gorochowskyj haben. Solche Vorfälle zeigen, wie sensibel der Umgang mit Kundendaten in Zeiten des Krieges ist, wo nationale Sicherheit und Privatsphäre oft in einem Spannungsfeld stehen.
Der Vorfall unterstreicht die grundlegende Bedeutung des Datenschutzes in Finanzinstituten, insbesondere in einem Umfeld, in dem Fragen der nationalen Sicherheit und Identität hochsensibel sind. Die Prüfung der Nationalbank könnte einen wichtigen Präzedenzfall für andere ukrainische Banken schaffen und verdeutlichen, dass Verstöße gegen Verbraucherrechte ernste Folgen haben. Nicht zuletzt steht auch die Reputation von Monobank und das Vertrauen seiner Kunden auf dem Spiel.
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