Norwegens Premier fordert Chinas Einfluss auf Russland – Hintergründe zum Treffen in Oslo.
Appell an Peking: Oslo setzt auf chinesische Vermittlung
Nach Angaben von Espreso.tv: Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre hat bei einem Treffen mit Chinas Außenminister Wang Yi in Oslo deutlich gemacht, dass er von Peking erwartet, seinen Zugang zur russischen Führung für eine friedliche Lösung des Ukraine-Kriegs zu nutzen. Støre betonte, China verfüge vermutlich über den besten und direktesten Draht nach Moskau. Er äußerte die Hoffnung, dass dieser Kanal aktiv für eine Vermittlung im Konflikt eingesetzt werde.
Stockende Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau
Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland laufen zwar, ein Durchbruch blieb bislang jedoch aus. Am 11. Mai 2025 schlug Wladimir Putin vor, ohne Vorbedingungen direkte Gespräche in Istanbul wiederaufzunehmen. Bereits am 16. Mai 2025 trafen sich die Delegationen beider Länder dort erstmals seit drei Jahren zu direkten Verhandlungen. In einer zweiten Runde am 2. Juni 2025 tauschten die Seiten zwar Memorandum-Entwürfe aus, eine Einigung wurde aber nicht erzielt.
Eine dritte Verhandlungsrunde folgte am 23. Juli 2025 in Istanbul – auch sie endete ohne Lösung der zentralen Streitpunkte. Vor diesem Hintergrund könnte der norwegische Vorstoß neue diplomatische Impulse setzen. Støres Appell unterstreicht die wachsende Erwartung an Peking, seine strategische Partnerschaft mit Russland für eine Deeskalation zu nutzen. Zugleich zeigt der Vorstoß, dass die internationale Gemeinschaft verstärkt auf zusätzliche Vermittler setzt, um den festgefahrenen Friedensprozess voranzubringen.
Die traditionell enge Zusammenarbeit zwischen China und Russland macht Peking zu einem potenziell wichtigen Akteur in der Ukraine-Diplomatie. Die Aufforderung aus Norwegen verdeutlicht, wie sehr die Weltgemeinschaft auf eine aktivere Rolle Chinas bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Krieg hofft.
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