Über 500.000 Grundstücksgeschäfte: Was kostet ein Hektar Ackerland in der Ukraine?.
Der ukrainische Bodenmarkt im Aufwind
Nach Angaben von Novyny.live: Seit der Aufhebung des Moratoriums für den Verkauf von Agrarflächen wurden in der Ukraine innerhalb von gut vier Jahren mehr als eine halbe Million Kaufverträge abgeschlossen. Das Gesamtvolumen dieser Transaktionen beläuft sich auf knapp 49,7 Milliarden Griwna. Dabei wechselten rund 977.200 Hektar Land den Besitzer. Der Markt zeigt seither eine dynamische Entwicklung: Sowohl die Zahl der Geschäfte als auch die Preise pro Hektar steigen kontinuierlich.
Zahlen für die Jahre 2025 und 2026
Allein im Jahr 2025 wurden 131.300 Kaufverträge registriert – ein Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Jahr 2026 liegen bisher Daten über 39.797 Transaktionen im Wert von 6,17 Milliarden Griwna vor. Der Durchschnittspreis pro Hektar kletterte 2026 auf 75.100 Griwna, nachdem er 2025 noch bei 61.800 Griwna gelegen hatte. Besonders teuer war das Ackerland im Januar 2026: Damals lag der Mittelwert bei 95.700 Griwna je Hektar.
Regional zeigen sich enorme Preisunterschiede. Die Spitzenreiter sind die Oblaste Iwano-Frankiwsk mit durchschnittlich 179.600 Griwna pro Hektar sowie Kiew (178.200 Griwna), Lwiw (153.400 Griwna), Ternopil (120.000 Griwna) und Winnyzja (93.400 Griwna). Am anderen Ende der Skala steht die Region Donezk, wo ein Hektar im Schnitt nur 30.700 Griwna kostet. Ebenfalls niedrige Preise finden sich in Cherson (38.500 Griwna), Mykolajiw (44.100 Griwna), Dnipro (46.500 Griwna) und Odessa (47.800 Griwna).
Ein Blick auf die Verkaufszahlen zeigt: In den ersten vier Monaten des Jahres 2025 wurden 92.900 Hektar veräußert, im gleichen Zeitraum 2026 waren es mit 82.100 Hektar etwas weniger. Die Oblast Winnyzja führte 2026 die Rangliste der meisten Abschlüsse an – hier wurden 3.416 Kaufverträge unterzeichnet. Diese Entwicklung unterstreicht das wachsende Interesse an landwirtschaftlichen Flächen in der Ukraine.
Die zunehmende Aktivität auf dem Ackerlandmarkt spiegelt nicht nur wirtschaftliche Trends wider, sondern auch gesetzliche Anpassungen, die den Agrarsektor fördern. Die steigende Zahl an Transaktionen und die höheren Hektarpreise deuten auf ein wachsendes Vertrauen von Investoren in Bodenwerte hin. Die starken regionalen Preisunterschiede könnten künftig die Verteilung von Kapital und die Entwicklung ländlicher Gebiete in der Ukraine beeinflussen.
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