Polen diskutiert Aberkennung des Weißen-Adler-Ordens für Selenskyj – Kampagne ruft Tusk zur Verweigerung der Unterschrift auf.
Streit um den Weißen-Adler-Orden belastet die Beziehungen
Nach Angaben von Espreso.tv: Eine öffentliche Kampagne fordert den polnischen Premierminister auf, die Entscheidung zur Aberkennung des Weißen-Adler-Ordens für Wolodymyr Selenskyj nicht zu unterzeichnen. Hintergrund sind politische Spannungen, die im Mai 2023 ihren Ausgang nahmen: Damals verlieh der ukrainische Präsident einem Spezialeinsatzzentrum den Ehrennamen ‚Helden der UPA‘, was in Polen auf scharfe Kritik stieß. Diese Maßnahme löste eine Reihe politischer Erklärungen und Schritte der polnischen Regierung aus.
Selenskyj hatte den Orden im April 2023 von Polens Präsidenten Andrzej Duda erhalten. Bereits am 29. Mai 2023 kündigte jedoch Karol Nawrocki, ein polnischer Politiker, die Absicht an, dem Ukrainer die Auszeichnung wieder zu entziehen. Nur wenige Tage später, am 2. Juni 2023, forderte der stellvertretende Sejm-Marschall Krzysztof Bosak sogar, den EU-Beitritt der Ukraine zu blockieren – ein deutliches Zeichen für die sich verschlechternden Beziehungen zwischen beiden Ländern. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell symbolische Akte politische Wellen schlagen können.
Verantwortung und diplomatische Bemühungen
Am 5. Juni 2023 erklärte Donald Tusk, damals Oppositionsführer in Polen, dass die Lösung des Konflikts in den Händen der ukrainischen Seite liege. Er betonte:
„Wenn wir uns über die Vergangenheit streiten, gewinnt jemand anderes die Zukunft“ – Donald Tusk
Tusk fügte hinzu, der ukrainische Präsident müsse dies endlich verstehen. Auch Włodzimierz Czarzasty äußerte sich und unterstrich:
„Es liegt im polnischen Interesse, gute Beziehungen zur Ukraine zu pflegen, anstatt Streitigkeiten über die Geschichtspolitik zu verschärfen“ – Włodzimierz Czarzasty
Am 8. Juni 2023 tagte das Kapitel des Weißen-Adler-Ordens, um über eine mögliche Aberkennung der Auszeichnung für Selenskyj zu beraten. Die Runde legte ihre Empfehlungen Karol Nawrocki vor – ein Schritt, der die Ernsthaftigkeit der Lage und ihre politischen Folgen für beide Nationen unterstreicht. Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit ohnehin angespannter Beziehungen zwischen Kiew und Warschau, die von beiden Regierungen ein behutsames Vorgehen erfordern.
Der Fall zeigt, wie komplex und sensibel die historischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen sind – die Vergangenheit bleibt ein Quell der Spannungen. Beide Länder haben jedoch wichtige gemeinsame Interessen, etwa im Hinblick auf die europäische Integration der Ukraine. Daher ist eine diplomatische Lösung des Konflikts unerlässlich, die Kompromissbereitschaft von beiden Seiten verlangt.
- Politiker aus beiden Ländern rufen zum Dialog auf.
- Stabilität und Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Polen müssen für die Zukunft gesichert werden.
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