Ehrenpatriarch Filaret mit 97 Jahren verstorben: Was über den Tod des früheren Oberhaupts der ukrainischen orthodoxen Kirche bekannt ist.
Abschied von einer Kirchenlegende
Nach Angaben von TSN.ua: Am 20. März 2026 ist der Ehrenpatriarch von Kiew und der gesamten Rus-Ukraine, Filaret, im Alter von 97 Jahren gestorben. Todesursache waren die Folgen einer Verschlimmerung chronischer Erkrankungen. Filaret hinterlässt ein bedeutendes Erbe in der Geschichte der ukrainischen Kirche und Gesellschaft.
Er kam am 23. Januar 1929 zur Welt. Sein Leben war von schwierigen Umständen geprägt: Sein Vater fiel 1943 an der Front des Zweiten Weltkriegs. Nachdem Filaret 1950 die Mönchsgelübde abgelegt hatte, begann seine jahrzehntelange geistliche Laufbahn. Im Juli 1990 wurde er zum Oberhaupt der Ukrainischen orthodoxen Kirche (UOK) gewählt, 1995 übernahm er die Leitung der Ukrainischen orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats (UOK KP).
Prägende Rolle für die Orthodoxie
Während seines Wirkens trug Filaret maßgeblich zur Entwicklung der orthodoxen Kirche in der Ukraine bei. Im Oktober 2018 erklärte das Ökumenische Patriarchat die Entscheidung, Filaret den Rang abzuerkennen, für ungültig – ein wichtiger Wendepunkt. Für seine Verdienste wurde er im Januar 2019 mit dem Titel „Held der Ukraine“ ausgezeichnet.
„Am 20. März 2026 ist der Ehrenpatriarch von Kiew und der gesamten Rus-Ukraine, Filaret, im 98. Lebensjahr, im 77. Jahr seines Mönchtums und im 65. Jahr seines Bischofsamtes an den Folgen einer Verschlimmerung chronischer Krankheiten in Gott entschlafen“, teilte der Pressedienst der Kirche mit.
Diese Worte unterstreichen Filarets Bedeutung für die ukrainische Orthodoxie und seinen Platz in der Geschichte. Seine Rolle kann kaum überschätzt werden: Für viele Gläubige wurde er zum Symbol des orthodoxen Glaubens. Sein Wirken prägte nicht nur das religiöse Leben in der Ukraine, sondern auch die nationale Identität. Filaret wird als herausragender Kirchenführer in Erinnerung bleiben, der zahlreiche Herausforderungen meisterte und entscheidend zur Entstehung einer unabhängigen Kirche in der Ukraine beitrug.
Sein Tod ist ein bedeutendes Ereignis für die Religionsgemeinschaft und die ukrainische Gesellschaft, angesichts seines langjährigen Einflusses auf kirchliche Angelegenheiten und die nationale Identität. Seine Arbeit als Oberhaupt der UOK und später der UOK KP legte das Fundament für eine unabhängige Kirche im Land.
Ein zentraler Bestandteil seines Vermächtnisses bleibt der Kampf für die Autokephalie der ukrainischen Kirche, der die religiöse Landschaft der Ukraine bis heute prägt. Die Würdigung seines Andenkens wird nicht nur in kirchlichen Kreisen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit stattfinden, die seinen Beitrag zur modernen orthodoxen Kirche in der Ukraine anerkennt.
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