Fünf Jahre freier Bodenmarkt in der Ukraine: Über 1,2 Millionen Hektar verkauft und Preise im Wandel.

Fünf Jahre freier Bodenmarkt in der Ukraine: Über 1,2 Millionen Hektar verkauft und Preise im Wandel
Fünf Jahre freier Bodenmarkt in der Ukraine: Über 1,2 Millionen Hektar verkauft und Preise im Wandel

Die erste Phase der Bodenreform: Vom Moratorium zum Markt

Nach Angaben von Слово і Діло — Інфографіка: Am 1. Juli 2021 endete in der Ukraine das seit 2001 geltende Moratorium für den Verkauf von Agrarland. Mit der Novellierung des ukrainischen Bodengesetzbuches durften fortan ukrainische Staatsbürger mit landwirtschaftlicher Erfahrung oder entsprechender Ausbildung Ackerflächen erwerben. Bis zum 1. Januar 2024 war der Erwerb auf maximal 100 Hektar pro Käufer begrenzt. Dies markierte den Start einer tiefgreifenden Bodenreform, die den Agrarsektor des Landes nachhaltig verändern sollte.

Bereits im Juli 2021 wurden über 3.000 Kaufverträge abgeschlossen, wobei die neue Eigentümer insgesamt 4.700 Hektar Land erwarben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag in diesem Monat bei umgerechnet 87.900 Griwna pro Hektar. Schon im August 2021 fiel der Preis jedoch drastisch auf 43.600 Griwna pro Hektar und sank bis Februar 2022 weiter auf 33.200 Griwna. Bis Ende 2021 hatten die Verkäufe bereits eine Fläche von 56.500 Hektar umfasst.

Im gesamten Jahr 2022 wechselten 137.000 Hektar Agrarland den Besitzer. 2023 stieg diese Zahl auf 229.800 Hektar, wobei die Preise zwischen 36.900 und 43.800 Griwna pro Hektar schwankten. Im darauffolgenden Jahr 2024 lag der Hektarpreis konstant über 42.400 Griwna, und die verkaufte Fläche erreichte 317.200 Hektar.

Die zweite Phase: Mehr Freiheit und steigende Preise

Seit dem 1. Januar 2024 dürfen auch juristische Personen aus der Ukraine Agrarland erwerben. Zudem wurde die Höchstgrenze pro Käufer auf 10.000 Hektar angehoben. Diese Lockerung spiegelte sich in den Zahlen wider: Im Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis nicht unter 53.600 Griwna pro Hektar, und insgesamt wurden 350.800 Hektar verkauft. Ein deutlicher Preissprung war im Januar 2026 zu verzeichnen, als der Hektarpreis auf 92.900 Griwna kletterte. Allein im ersten Quartal 2026 wurden 70.700 Hektar veräußert.

Bilanz nach fünf Jahren Marktwirtschaft: Insgesamt wurden mehr als 1,285 Millionen Hektar Land veräußert, verteilt auf 596.000 Einzelgrundstücke. Diese Entwicklung zeigt, wie sich der Bodenmarkt in der Ukraine schrittweise etabliert und an die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpasst.

Die ukrainische Bodenreform, die mit der Aufhebung des Verkaufsmoratoriums begann, hat den Agrarsektor des Landes grundlegend verändert. Der Übergang zu einem freien Markt eröffnete Landwirten und Investoren neue Chancen, brachte jedoch auch erhebliche Preisschwankungen mit sich.

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