Über 9.000 Ukrainer aus der Gefangenschaft zurückgekehrt: 96% berichten von Folter.
Ukrainer aus russischer Gefangenschaft befreit
Nach Angaben von Espreso.tv: Seit dem Beginn der weitreichenden Invasion in die Ukraine wurden mehr als 9.000 Ukrainer – sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten – aus Russland zurückgebracht. Regelmäßige Gefangenenaustausche fanden 2026 statt, darunter 193 im April, 205 im Mai und 186 im Juni. Berichten zufolge gaben 96 % der befreiten ukrainischen Gefangenen an, sie hätten während ihrer Haft Folter oder grausame Behandlung erlebt. Der Ombudsmann Dmytro Lubinets hat 695 verschiedene Formen der Folter dokumentiert, die von Russland angewendet wurden. Diese erschreckende Zahl hebt den systematischen Missbrauch hervor, dem Kriegsgefangene und zivile Häftlinge ausgesetzt sind.
Die Geschichte von Andriy Kulko
Der Bericht von Andriy Kulko, der ursprünglich aus der Region Saporischschja stammt, veranschaulicht die schweren Entbehrungen, die viele befreite ukrainische Soldaten durchgemacht haben. Am 24. Februar 2022 wurde Andriys Einheit zur Verstärkung der Stellungen bei Mariupol eingesetzt, wonach er über 600 Tage in russischer Gefangenschaft verbrachte – konkret zwischen 621 und 631 Tagen. Zunächst wurde er in der Kolonie Olenivka festgehalten und später in eine geschlossene Jugendeinrichtung Nr. 10 in Mordowien verlegt. Andriy wurde schließlich 2024 befreit.
Wenn er auf seine Zeit in der Gefangenschaft zurückblickt, sagte Andriy:
„Es gab überhaupt kein Gefühl der Sicherheit“- Andriy Kulko. Er beschrieb sein Leben in der Isolation als
„angsteinflößend, mit einem Wort“- Andriy Kulko. Nach seiner Rückkehr nach Hause erlebte er eine Mischung aus Gefühlen: „Tränen in meinen Augen. Es war sehr, sehr wunderbar. Doch alles fühlte sich verschwommen an. Ich konnte kaum glauben, dass es real war.”
Zusätzlich forderte ein Vertreter des SBU die befreiten Soldaten auf, Vorsicht walten zu lassen, indem er bemerkte: „Jungs, Ruhm der Ukraine, aber schreit nicht, denn das mögen sie nicht.“ Dieser Rat unterstreicht die Notwendigkeit von Wachsamkeit und schrittweiser Anpassung für diejenigen, die aus der Gefangenschaft zurückkehren. Momentan stehen die befreiten Ukrainer vor zahlreichen Herausforderungen bei der Anpassung an das zivile Leben, insbesondere nach dem Trauma, das sie in der Haft erlitten haben.
Die Freilassung ukrainischer Soldaten und Zivilisten aus russischer Obhut bleibt ein kritisches humanitäres Anliegen, das aus dem Konflikt resultiert. Zurückkehrende Personen, die Folter überlebt haben, benötigen nicht nur eine physische Reintegration, sondern auch psychologische Unterstützung. Es ist entscheidend, dass Gesellschaft und staatliche Institutionen die notwendige Hilfe leisten, um diesen Menschen den Übergang zum friedlichen Leben zu erleichtern und allmählich die Verletzungen zu überwinden, die sie während der Haft erlitten haben.
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