Putin ordnet Freilassung zweier ukrainischer Soldaten mit ungarischen Pässen an.
Zwei Gefangene der ukrainischen Armee freigelassen
Nach Angaben von TSN.ua: Im Zuge eines Telefonats mit dem ungarischen Außenminister Péter Szijjártó hat Wladimir Putin die Freilassung zweier ukrainischer Soldaten angeordnet. Die Gefangenen besitzen neben der ukrainischen auch die ungarische Staatsbürgerschaft. Szijjártó hatte den russischen Präsidenten persönlich um diesen Schritt gebeten. Diese direkte Intervention eines EU-Ministers bei Putin ist ein bemerkenswerter diplomatischer Vorgang.
Während des Gesprächs erklärte Putin wörtlich:
„Sie können sie, wie der Premierminister gebeten hat, mit in Ihr Flugzeug nehmen, mit dem Sie hierher gekommen sind und mit dem Sie nach Budapest zurückkehren werden.“
Der ungarische Außenminister hatte seine Bitte so formuliert:
„Daher möchte ich Sie bitten, ob Sie die Entscheidung treffen könnten, einige Kriegsgefangene ungarischer Herkunft freizulassen, die sich in der Gewalt der russischen Behörden befinden.“
Hintergrund der Übergabe
Dieser Vorgang ist Teil eines größeren Skandals um die Übergabe ukrainischer Kriegsgefangener an Ungarn. Bereits am 8. Juni 2023 hatte die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) erklärt, eine Gruppe ukrainischer Gefangener an Ungarn übergeben zu haben. Am 9. Juni 2023 bestätigte die ungarische Seite den Erhalt dieser Gefangenen von der ROK.
Die Freilassung der Soldaten könnte die angespannten Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn beeinflussen. Die Spannungen beruhen unter anderem auf der Frage der ungarischen Minderheit in der Ukraine und Ungarns Versuchen, Mobilisierungsmaßnahmen in der Region Transkarpatien zu behindern. Damit erhält die Gefangenenfrage eine bedeutende politische Dimension für die regionale Sicherheit.
Die Freilassung der Soldaten mit ungarischen Pässen könnte ein Schritt zur Entspannung zwischen Kiew und Budapest sein. Ungarn versucht seit langem, die Interessen seiner Minderheit in der Ukraine zu schützen. Solche Gefangenentransfers könnten somit Teil einer breiteren Strategie sein, um den Dialog zwischen den Ländern inmitten des anhaltenden Konflikts wiederherzustellen.
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