Ukraine stellt Medienkompetenz-Fahrplan bis 2030 vor – Das sind die Kernpunkte.
Medienkompetenz-Konferenz in Kiew
Nach Angaben von Espreso.tv: Anfang Juli kamen in der ukrainischen Hauptstadt Vertreter aus Politik, Medien, Bildung und internationalen Organisationen zusammen, um über die Zukunft der Medienkompetenz zu diskutieren. Die Konferenz fand am 2. und 3. Juli statt und fokussierte auf digitale Kompetenzen sowie den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ein zentrales Ergebnis war die Vorstellung einer Roadmap, die die Entwicklung der Medienkompetenz in der Ukraine bis zum Jahr 2030 steuern soll.
Beteiligt waren unter anderem:
- OSZE
- Europarat
- Europäische Union
- UNESCO
- Werchowna Rada (ukrainisches Parlament)
- Regierungsvertreter
- Nationaler Rat für Fernsehen und Rundfunk
- Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU)
- Strafverfolgungsbehörden
- Medienvertreter
- Bildungseinrichtungen
- Nichtregierungsorganisationen
Die Bandbreite der Teilnehmer zeigt, wie wichtig das Thema Medienkompetenz für die Gesellschaft eingeschätzt wird.
Geplante Initiativen und aktuelle Herausforderungen
Im Rahmen der Roadmap ist unter anderem vorgesehen, das ukrainische Recht an die EU-Standards für digitale Dienste und Medienfreiheit anzugleichen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration von Medienkompetenz in die Lehrpläne aller Bildungsstufen – von der Grundschule bis zur Hochschule. Dadurch soll das Bewusstsein der Bevölkerung für Medien- und Informationstechnologien nachhaltig gestärkt werden.
Als größte Gefahren für die Medienlandschaft nannten die Teilnehmer den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Verbreitung von Desinformation, die Zunahme von Cyberangriffen sowie die anhaltende russische Propaganda. Diese Faktoren stellen ernsthafte Herausforderungen dar. Zudem wurden die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen für Journalisten und die unsichere finanzielle Basis vieler Medienorganisationen thematisiert.
Die Konferenz diente als wichtige Plattform für den Austausch von Ideen und Lösungsansätzen. Die Teilnehmer zeigten sich zuversichtlich, dass die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen die Situation im Medienbereich verbessern und die Medienkompetenz der Bürger erhöhen wird.
Die Durchführung dieser Konferenz unterstreicht die wachsende Bedeutung von Medienkompetenz in Zeiten von Desinformation und Cyberbedrohungen. Gelingt die Umsetzung der Roadmap, könnte dies zu einer widerstandsfähigeren Medienlandschaft führen und langfristig das kritische Denken und die Informiertheit der Bevölkerung fördern.
Die geplante Verankerung von Medienkompetenz im Bildungssystem wird als wichtiger Schritt hin zu einer mediengebildeten Gesellschaft in der Ukraine angesehen.
Lesen Sie auch
- Festnahme in Kiew: Hochschullehrerin soll 10.000 Dollar Schmiergeld für Studium und Mobilmachungsaufschub kassiert haben
- Zwei 16-Jährige festgenommen: Ukrainischer Sicherheitsdienst vereitelt Brandanschläge auf Energieinfrastruktur und Fahrzeug eines Soldaten
- Trotz Krieg: Odessa richtet «Tage der Ideen» aus, um Stadtentwicklung neu zu denken
- Gedenktag für getötete Kriegsgefangene: Die Ukraine ehrt ihre in russischer Haft gestorbenen Helden
- Korruptionsfall in der Ukraine: Beamtin forderte 11.000 Dollar für versprochene Ausnahme von der Mobilmachung
- Gedenken an 406 Verstorbene: Ukraine erinnert am 28. Juli an Opfer russischer Gefangenschaft

