Rekord-Aufstockung: Ukrainisches Parlament beschließt Verteidigungsausgaben in Höhe von 1,56 Billionen Griwna.
Massive Finanzspritze für Sicherheit und Verteidigung
Nach Angaben von Espreso.tv: Die Werchowna Rada, das ukrainische Parlament, hat einem Gesetzesentwurf zugestimmt, der die Mittel für den Sicherheits- und Verteidigungssektor um 1,56 Billionen Griwna aufstockt. Diese Summe wird hauptsächlich durch Finanzhilfen der Europäischen Union gedeckt. Insgesamt klettern die Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung damit auf 4,4 Billionen Griwna.
„Das Dokument erhöht die Mittel für den Sicherheits- und Verteidigungssektor um 1,56 Billionen Griwna, vorwiegend finanziert aus EU-Hilfen“, heißt es in einer Mitteilung des Parlaments.
242 Abgeordnete stimmten dem Vorhaben in zweiter Lesung zu. Die neuen Mittel sind wie folgt vorgesehen:
- 2,3 Billionen Griwna fließen in den Kauf von Waffen und militärischer Ausrüstung;
- Über 1,45 Billionen Griwna sind für die Besoldung der Soldaten reserviert;
- 559,1 Millionen Griwna werden für den Energiesektor bereitgestellt.
Die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union beläuft sich auf insgesamt 90 Milliarden Euro, von denen die Ukraine noch in diesem Jahr 45 Milliarden Euro erhalten soll. Aus diesem Topf werden:
- 31,8 Milliarden Euro direkt in die Landesverteidigung investiert;
- 13,2 Milliarden Euro dienen der Haushaltsstützung und der Deckung des Budgetdefizits.
„Diese zusätzlichen Mittel wurden durch die finanzielle Unterstützung der EU in Höhe von 90 Milliarden Euro sowie durch andere Förderprogramme ermöglicht“, erklärte Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko.
Darüber hinaus sind 40 Milliarden Griwna für die sogenannten Resilienzpläne der Regionen vorgesehen. Diese Änderungen im Staatshaushalt wurden bereits am 28. Mai in erster Lesung gebilligt.
„Das Geld dient dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Ausstattung der Gemeinden mit Notstromaggregaten“, ergänzte Swyrydenko.
Die Aufstockung der Verteidigungsausgaben – ermöglicht durch die EU-Hilfe – unterstreicht die anhaltenden Bemühungen Kiews, seine Wehrfähigkeit angesichts der aktuellen Sicherheitslage zu stärken. Diese finanziellen Mittel sind nicht nur für den militärischen Bereich von Bedeutung, sondern auch für die Stabilität der kritischen Infrastruktur, die für die nationale Sicherheit von zentraler Bedeutung ist.
Lesen Sie auch
- EU-Kommission stoppt Zahlungen an die Ukraine: Zwei Tranchen nicht freigegeben
- Regierungschefin lehnt Streichung von Mathe aus dem NMT ab: Hintergründe zum Gesetzesvorhaben
- 4,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen: So will die Regierung die Personalkrise lösen
- Ukraine verschärft Strafen für Temposünder und regelt E-Scooter-Verkehr neu
- EU überweist 2,8 Milliarden Euro an Kiew: Welche Auswirkungen auf den Staatshaushalt zu erwarten sind
- Trotz Haushaltslücke: Kiew gibt 3,5 Milliarden für Straßeninstandsetzung aus

