Ukrainische Angriffe legen Russlands Ölindustrie lahm: Bis zu 43 Prozent der Raffineriekapazitäten zerstört.

Ukrainische Angriffe legen Russlands Ölindustrie lahm: Bis zu 43 Prozent der Raffineriekapazitäten zerstört
Ukrainische Angriffe legen Russlands Ölindustrie lahm: Bis zu 43 Prozent der Raffineriekapazitäten zerstört

Benzinmangel in Russland

Nach Angaben von Слово і Діло — Інфографіка: In Russland verschärft sich die Treibstoffknappheit zunehmend. Grund dafür sind ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien, die zu einem Ausfall von 25 bis 43 Prozent der nationalen Verarbeitungskapazitäten geführt haben. Der tägliche Inlandsverbrauch, insbesondere während der Sommermonate, liegt bei rund 110.000 Tonnen. Um die Versorgungslücken zu schließen, plant Moskau nun, monatlich etwa 400.000 Tonnen Benzin aus Indien zu importieren.

Ölverarbeitung in Nachbarländern

Vor diesem Hintergrund spielen auch Belarus und Kasachstan eine wichtige Rolle. Belarus verarbeitete im vergangenen Jahr 14,5 Millionen Tonnen Rohöl, wovon 6 Millionen Tonnen im Inland verbraucht wurden. Laut ukrainischem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben sich die Benzinexporte aus Belarus nach Russland verdreizehnfacht.

Kasachstan wiederum verarbeitete im selben Zeitraum 17,5 Millionen Tonnen Rohöl. In Russland selbst liegt der jährliche Mindestbedarf an Rohölverarbeitung bei 155 Millionen Tonnen – eine Zahl, die die aktuellen Engpässe umso deutlicher macht.

Zu den bedeutendsten Raffinerien der Region zählen die Werke in Mosyr und Nawapolazk (Naftan) in Belarus sowie die kasachischen Anlagen in Atyrau, Schymkent und Pawlodar. Sie sind entscheidend für die Treibstoffversorgung der Region. Dennoch erfordert die Lage in Russland dringende Maßnahmen, um eine weitere Eskalation der Treibstoffkrise zu verhindern.

Die Treibstoffknappheit hat weitreichende wirtschaftliche und politische Folgen. Die wachsende Abhängigkeit von Importen macht Russland anfälliger für externe Faktoren wie globale Marktschwankungen und politische Sanktionen. Gleichzeitig könnte die verstärkte Ölverarbeitung in den Nachbarländern das regionale Kräfteverhältnis verschieben und die wirtschaftliche Bedeutung von Belarus und Kasachstan als Treibstofflieferanten für Russland erhöhen.


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