Die Armee nach dem Krieg mit 800.000: Kann die Wirtschaft der Ukraine solche Ausgaben tragen?.
Nach Angaben von ТСН: Nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzungen mit Russland wird die Ukraine eine Armee haben, die in Bezug auf Kampferfahrung und Anzahl die Streitkräfte jedes europäischen Partners übertrifft. Die Aufrechterhaltung einer so großen Militärmacht wird jedoch ein ernsthaftes Problem für die Regierung sein.
Aktuell gibt die Ukraine etwa 30% ihres BIP für die Finanzierung der Streitkräfte aus. Journalisten ziehen einen interessanten Vergleich: Der neue Kredit der EU in Höhe von 105 Milliarden Dollar entspricht etwa den erwarteten Verteidigungsausgaben Deutschlands im nächsten Jahr. Gleichzeitig beträgt die deutsche Armee nur ein Viertel der ukrainischen Streitkräfte, obwohl die Gehälter bei der Bundeswehr erheblich höher sind.
Die Unterbringung von 800.000 Soldaten in Friedenszeiten wird eine erhebliche Anzahl von Arbeitskräften aus der Wirtschaft abziehen, die bereits unter einem dramatischen Rückgang der Bevölkerung leidet.
Wie groß sollte die Stärke der Streitkräfte sein?
Experten sind sich einig, dass die Unterstützung der gegenwärtigen Anzahl von Militärangehörigen ineffektiv ist. Mykola Bielejskow, Forscher am Nationalen Institut für strategische Studien, ist der Meinung, dass die optimale Größe der Armee in Friedenszeiten 300-500.000 Personen betragen sollte. Andere ausgebildete Kämpfer sollten in Reserve gehalten werden.
Der Analyst weist auch darauf hin, dass die Streitkräfte vor dem Beginn der umfassenden Invasion weniger als 300.000 Mitglieder hatten, was sich als unzureichend für den Schutz einer der längsten Grenzen in Europa herausstellte.
Das Magazin prognostiziert, dass viele ukrainische Militärs nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens demobilisiert werden möchten. Aufgrund fehlender Mittel wird es dem Staat schwerfallen, die verbleibenden Militärs im Dienst zu halten. Daher wird sich die Verteidigungsstrategie wahrscheinlich in den folgenden Richtungen ändern:
Verlass auf Reservetruppen.
Verwendung von wirtschaftlich effizienten Geräten (Drohnen, Minen).
Investitionen in Luftabwehrsysteme und langreichweitige Raketen.
Wovon man sich trennen muss
Westliche Experten raten der Ukraine, bei ihren Ausgaben rationell zu sein. Michael Kofman vom Carnegie Endowment for International Peace warnt vor dem Erwerb teurer Waffen.
„Die ukrainische Armee sollte auf wirtschaftlich effizienteren Mitteln basieren. Teure Elemente wie Flugzeuge können leicht einen beträchtlichen Teil des Verteidigungsbudgets der Ukraine absorbieren“, sagte Kofman.
Auch der ehemalige US-Luftwaffenminister Frank Kendall betont, dass moderne Abschreckungsmethoden auf lange Sicht kein Allheilmittel sind. Der Aufbau einer vollwertigen Luftwaffe wird Jahre an Ausbildung von Piloten und den Bau von Infrastruktur benötigen, was stabile und bedeutende finanzielle Mittel erfordern wird.
Erinnern wir uns daran, dass Oleksandr Syrskyi erklärte, ob die Ukraine sich mit einer Armee von 800.000 Personen verteidigen kann, die im Friedensplan der USA festgelegt ist.
Daher ist es für die Ukraine wichtig, ein Gleichgewicht zwischen der Anzahl der Streitkräfte und der wirtschaftlichen Effizienz zu finden. Angesichts mangelnder finanzieller Mittel und einer sinkenden Bevölkerung wird das Land neue Ansätze zur Verteidigung suchen müssen, um seine Sicherheit in der Zukunft zu gewährleisten. Dies könnte Änderungen in den strategischen Prioritäten und finanziellen Ausgaben erfordern.
Lesen Sie auch
- Nächtlicher Großangriff abgewehrt: Ukraine meldet 198 abgeschossene Drohnen
- Syrskyi entzieht acht Militäreinheiten das Recht zur Rekrutenausbildung
- Acht Militäreinheiten dürfen nicht mehr selbst ausbilden: Syrskyi verschärft Qualitätskontrollen
- Reichweite ukrainischer Kampfdrohnen fast verdoppelt: Neue Prioritäten für Angriffe
- Neue Verteidigungsinitiative: Selenskyj ordnet Beschaffung von Abwehrsystemen und Ausbau der Munitionsproduktion an
- Ukraine: Selenskyj beruft Militärrat ein – Fokus auf Luftabwehr und Artillerie

