Warum China sich kaum an die nukleare Rüstungskontrolle binden wird.
Die Lage der nuklearen Rüstungskontrolle
Nach Angaben von UATV: Die USA versuchen, China in die Kontrolle von Atomwaffen einzubinden, da Peking als größte strategische Herausforderung gilt. Doch laut Polina Sinowez, Direktorin des Odessaer Zentrums für Nichtverbreitung von Kernwaffen, sind die Diskussionen über eine Verlängerung des New-START-Vertrags eher symbolischer Natur. Dies zeigt, dass eine chinesische Teilnahme an Verhandlungen über Atomwaffen in naher Zukunft unwahrscheinlich ist.
Der 2010 auf zehn Jahre geschlossene New-START-Vertrag sieht eine einmalige Verlängerung um fünf Jahre vor. Von dieser Möglichkeit machten die USA und Russland im Jahr 2021 Gebrauch. Die Lage wird jedoch durch das wachsende nukleare Potenzial Chinas, das im letzten Jahr um etwa 30% zulegte, und Russlands, das sein Arsenal um 18% vergrößerte, verkompliziert. Polina Sinowez stellt fest, dass China derzeit zu den Ländern gehört, die ihr Atomwaffenarsenal aktiv ausbauen.
Die strategische Neuausrichtung der USA
Die Verlagerung des strategischen Fokus der USA von Europa in den asiatisch-pazifischen Raum unterstreicht die wachsende Macht Chinas. Die europäische Sicherheit ist nicht mehr oberste Priorität der amerikanischen Politik, sondern der indopazifische Raum. China hat stets erklärt, es werde nicht freiwillig an Verhandlungstische treten oder sich Beschränkungen auferlegen, solange sein Atomwaffenarsenal nicht mit dem der USA und Russlands gleichzieht.
Zudem könnte Russland, sollten die USA versuchen, China in Verhandlungen einzubinden, die Aufnahme Großbritanniens und Frankreichs in den Vertrag fordern, was die Situation weiter erschweren würde. Die amerikanische Strategie baut in diesem Kontext auf dem Konzept der Zwei-Hauptkonkurrenten auf. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Einigung mit China über nukleare Rüstungskontrolle unter allen diesen Faktoren als äußerst unwahrscheinlich.
Angesichts des wachsenden Atomwaffenpotenzials Chinas und seiner Weigerung, an internationalen Verhandlungen teilzunehmen, wird die Lage der nuklearen Rüstungskontrolle immer komplexer. - Polina Sinowez
Indem die USA versuchen, China in die Diskussionen einzubeziehen, könnten sie sich neuen Herausforderungen gegenübersehen, darunter russischen Forderungen nach der Einbeziehung weiterer Atommächte. Dies könnte einen Konsens in Fragen der globalen Sicherheit und nuklearen Abrüstung erheblich erschweren. Die historischen Abrüstungsverträge waren stets bilaterale Vereinbarungen zwischen Washington und Moskau.
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