Bevorratungskrise: Ukrainische Gaskosten könnten bald steigen – Naftohas braucht Milliarden für Importe.
Gassituation in der Ukraine
Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine droht eine Preiserhöhung für Haushaltsgas. Grund dafür sind Einbußen bei der eigenen Förderung und die anhaltende Energiekrise in Europa. Derzeit liegt der Tarif für Privathaushalte bei 7,96 Hrywnja pro Kubikmeter – dieser Preis ist bis zum 30. April 2026 garantiert. Dennoch sind die Speicher am 17. März 2023 nur zu 16 Prozent gefüllt, was etwa 5 Milliarden Kubikmetern entspricht. Diese geringe Füllmenge lässt ernste Zweifel aufkommen, ob genügend Gas für den nächsten Winter bereitsteht.
Benötigte Gasmengen
Um die kalte Jahreszeit erfolgreich zu überbrücken, muss die Ukraine einen Vorrat von 13 Milliarden Kubikmetern erreichen. Angesichts der aktuellen Lage wird der Importbedarf auf 4,4 bis 6,3 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Die Preise am europäischen Gashandelspunkt TTF sind zuletzt von 31 Euro pro Megawattstunde auf 60 Euro pro Megawattstunde geklettert – was die Kosten für importiertes Gas zusätzlich in die Höhe treibt.
Zum aktuellen Wechselkurs der ukrainischen Nationalbank schlagen Importe mit rund 34,6 Hrywnja pro Kubikmeter zu Buche. Sollten die europäischen Notierungen weiter steigen, benötigt Naftohas zusätzliche finanzielle Mittel für die Einfuhren. Je nach Szenario ergeben sich folgende Finanzierungsbedarfe:
- Optimistisches Szenario: 33,7 Milliarden Hrywnja (bei 55 Euro pro MWh und 4,4 Mrd. Kubikmetern Import)
- Basis-Szenario: 52,7 Milliarden Hrywnja (bei 65 Euro pro MWh und 5,5 Mrd. Kubikmetern Import)
- Stress-Szenario: 78,4 Milliarden Hrywnja (bei 80 Euro pro MWh und 6,3 Mrd. Kubikmetern Import)
Andrij Schewtschyschyn merkte an: „Vor dem nächsten Winter müssen wir mindestens 13 Milliarden Kubikmeter erreichen – fällt er so streng aus wie der vergangene, sogar noch mehr.“
Diese Faktoren zeichnen das Bild einer angespannten Energielage in der Ukraine. Es ist durchaus möglich, dass die Gaspreise für die Bevölkerung in naher Zukunft angehoben werden. Die angespannte Versorgungslage ist dabei kein rein ukrainisches Phänomen, sondern Teil der gesamteuropäischen Energiekrise, die Preise und Verfügbarkeit von Ressourcen massiv beeinflusst.
Die niedrigen Füllstände in den Gasspeichern könnten zu höheren Tarifen für die Verbraucher führen, was wiederum die wirtschaftliche Lage im Land belasten würde. Angesichts der Unsicherheiten auf dem europäischen Markt ist die Ukraine gefordert, wirksame Lösungen für die Energiesicherheit und stabile Preise für die Bevölkerung zu finden.
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