Handel zwischen EU und Russland bricht auf historisches Tief ein.
Dramatischer Einbruch der Wirtschaftsbeziehungen
Nach Angaben von UATV: Die Handelsströme zwischen der Europäischen Union und Russland sind bis Ende 2025 auf einen historischen Tiefstand gesunken. Die Sanktionspolitik und die politische Konfrontation haben zu einer tiefgreifenden Entkopplung geführt. So schrumpften die EU-Exporte nach Russland im Vergleich zum ersten Quartal 2022 um mehr als 60 Prozent. Noch drastischer fiel der Rückgang der russischen Einfuhren in die EU aus, die um 90 Prozent einbrachen.
Als Reaktion auf diese Beschränkungen hat die russische Zentralbank Klage gegen einen EU-Beschluss vom 12. Dezember 2025 eingereicht. Im Zentrum des Streits stehen rund 210 Milliarden Euro eingefrorene russische Staatsvermögen in der EU. Parallel verzeichnete Russland zu Beginn des Jahres 2026 mit 67 Billionen Rubel einen Rekordstand auf Bankeinlagen – ein Plus von 10 Billionen Rubel gegenüber dem Vorjahr. Experten führen dies auf extrem hohe Zinssätze für Einlagen von bis zu 25 Prozent pro Jahr zurück.
Russlands Wirtschaft unter Druck
Das Wirtschaftswachstum Russlands verliert deutlich an Schwung: Nach einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,9 Prozent im Jahr 2024 sank die Wachstumsrate 2025 auf nur noch ein Prozent. Für 2026 plant die russische Regierung ein Haushaltsdefizit von 3,8 Billionen Rubel. Die Einnahmen aus Öl- und Gasverkäufen lagen im Januar 2026 bereits halb so hoch wie im Vorjahresmonat. Seit dem 1. Januar 2026 gilt zudem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent.
Die russische Zentralbank wirft Brüssel dabei ‚erhebliche Verfahrensfehler‘ vor. Einige Analysten betonen die strategische Bedeutung der finanziellen Ressourcen und warnen:
‚Wenn dieser Kanal versiegt, schrumpft die Ressource für den Krieg erheblich.‘Sollte sich die Lage nicht ändern, könnten in der Region bis zu 20.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Der ehemalige russische Premierminister Dmitri Medwedew kommentierte die angespannte finanzielle Lage mit den zynischen Worten:
‚Geld haben wir keines, aber haltet die Ohren steif.‘
Vor diesem Hintergrund bleiben drei Bedingungen für eine Freigabe der eingefrorenen Gelder weiterhin in Kraft:
- Beendigung des Krieges gegen die Ukraine
- Leistung von Reparationszahlungen
- Verzicht auf Handlungen, die eine Bedrohung für Europa darstellen
Diese Vorbedingungen machen deutlich, dass die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Russland und der EU weiterhin massiv belastet bleiben. Der kollabierende Handel und die schrumpfende Wirtschaftsaktivität haben schwerwiegende Folgen für beide Seiten und unterstreichen die Dauer und Tiefe dieser Krise, die globale Märkte und die Stabilität in der Region nachhaltig beeinflussen kann.
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