Rätselhaftes Grab keltischer Krieger: Warum sie in sitzender Haltung bestattet wurden.

Rätselhaftes Grab keltischer Krieger: Warum sie in sitzender Haltung bestattet wurden
Rätselhaftes Grab keltischer Krieger: Warum sie in sitzender Haltung bestattet wurden

Archäologischer Fund in Dijon: Keltische Bestattungen geben Rätsel auf

Nach Angaben von TSN.ua: In der heutigen französischen Stadt Dijon haben Archäologen rund 2400 Jahre alte Gräber keltischer Männer entdeckt. Die Toten wurden in einer ungewöhnlichen sitzenden Position beigesetzt. Forscher des französischen Nationalinstituts für präventive archäologische Forschung untersuchen die Funde derzeit. Sie liefern neue Einblicke in die Bestattungsrituale der Kelten. Die Gräber stammen aus der späten Eisenzeit, genauer gesagt aus der Zeit zwischen 450 und 25 vor Christus.

Bei den Ausgrabungen kamen insgesamt 18 Männergräber zutage. Die Verstorbenen waren alle im Sitzen beigesetzt worden. Die Skelette gehörten Männern im Alter von 40 bis 60 Jahren. Diese Entdeckung ist besonders bemerkenswert, da in Frankreich und der Schweiz bislang nur etwa 50 derartige Bestattungen gefunden wurden. An einem der Schädel fanden sich Spuren von zwei Schlägen mit einem scharfen Gegenstand. Dies könnte auf einen gewaltsamen Tod eines der Männer hindeuten. Zum Vergleich: In ganz Mitteleuropa sind solche sitzenden Bestattungen eine Seltenheit.

Keltische Gesellschaftsordnung und kulturelle Bräuche

Ein schwarzes Steinarmband, das ebenfalls entdeckt wurde, half den Forschern, den Todeszeitpunkt eines der Krieger auf den Zeitraum zwischen 300 und 200 vor Christus einzugrenzen. Diese Artefakte eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis der sozialen Hierarchie und der kulturellen Praktiken der keltischen Stämme.

Neben den keltischen Gräbern stießen die Archäologen auch auf einen römischen Friedhof aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Dort wurden die Überreste von 22 Säuglingen gefunden. Diese Entdeckung zeigt, dass der Ort über Jahrtausende hinweg immer wieder für Bestattungen genutzt wurde – eine Tradition mit tiefen historischen Wurzeln.

Ein weiterer historischer Aspekt: Im Jahr 1243 gründeten Franziskanermönche an genau dieser Stelle ein Kloster. Dies fügt der Geschichte des Areals eine weitere Schicht hinzu. Die sitzenden Toten, die Spuren brutaler Kämpfe und das Geheimnis um die keltische Elite – all das wurde auf dem Gebiet des heutigen Dijon freigelegt. Die Funde eröffnen neue Forschungsmöglichkeiten und vertiefen unser Verständnis für die alten Kulturen.

Die Entdeckungen in Dijon leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der keltischen Kultur und ihrer Bestattungsrituale. Sie können Historikern und Archäologen helfen, die soziale Ordnung, die Glaubensvorstellungen und die Bräuche der Kelten besser zu verstehen. Auch die Beziehungen zwischen Kelten und der römischen Zivilisation könnten dadurch klarer werden. Weitere Untersuchungen versprechen Aufschluss über das Leben und Sterben der Menschen jener Zeit sowie über kulturelle Veränderungen über die Jahrhunderte hinweg.


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