Abwahl des Bildungsministers Lisovyi zeichnet sich ab: Das sind die Hintergründe.
Parlament diskutiert über Ablösung des Bildungsministers
Nach Angaben von Novyny.live: In der Werchowna Rada der Ukraine steht die Abberufung von Bildungs- und Wissenschaftsminister Oksen Lisovyi zur Debatte. Auslöser ist die Unzufriedenheit mit seiner Arbeit, insbesondere mit der Strategie zur Sicherung des studentischen Potenzials während des Krieges. Die Gespräche über eine mögliche Entlassung des Ministers laufen bereits seit mehreren Monaten; die Abstimmung darüber soll in der kommenden Woche stattfinden, sobald die Abgeordneten in den Sitzungssaal zurückkehren.
Kritik am Nationalen Mehrfachtest
Oksen Lisovyi leitet das ukrainische Bildungs- und Wissenschaftsministerium. Ein zentraler Streitpunkt ist die Gestaltung des Nationalen Mehrfachtests (NMT). Abiturienten haben große Schwierigkeiten, die Prüfungen in vier Fächern zu bewältigen – bedingt durch Stress, Luftalarme und erzwungene Umzüge.
„Es ist wirklich schwer für die Kinder, vier Fächer zu absolvieren. Seit über vier Jahren herrscht der groß angelegte bewaffnete russische Angriffskrieg, dazu kommen Stress, Umzüge, Schutzräume, Luftalarme. Sie verstehen: Wenn die Kinder beispielsweise in Mathematik durchfallen, gehen sie ins Ausland und schreiben sich dort an Hochschulen ein.“ — Iryna Borsowa, Abgeordnete der Fraktion 'Diener des Volkes'
Parallel dazu berät das Parlament über mögliche Anpassungen des NMT-Formats für künftige Zulassungsverfahren. Ein Vorschlag sieht vor, die Anzahl der Prüfungsfächer von vier auf drei zu reduzieren, um den Abiturienten die Teilnahme zu erleichtern. Bildungsminister Oksen Lisovyi erklärte im März 2023, er habe nicht vor, sein Amt aufzugeben – doch im Zuge der aktuellen Diskussionen über seine Ablösung könnte sich dies ändern.
Vor diesem Hintergrund bleiben sowohl die Frage nach Lisovyis Abberufung als auch die mögliche Reform des NMT-Formats relevant – geht es doch darum, ukrainische Studierende in den schwierigen Kriegszeiten zu unterstützen. Die Bildungssituation ist nicht nur für einzelne Schüler von Bedeutung, sondern für das ganze Land, denn der Erhalt des studentischen Potenzials könnte die Zukunft der Ukraine maßgeblich beeinflussen. Angesichts des Krieges und der komplizierten sozioökonomischen Lage sind weitere Diskussionen über Reformen im Bildungssystem zu erwarten, die entscheidend dafür sein könnten, junge Menschen zu fördern und an neue Gegebenheiten anzupassen.
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