Für tot erklärt und begraben – jetzt kehrte er aus russischer Gefangenschaft zurück: Die unglaubliche Wiederkehr eines ukrainischen Soldaten.
Nazarij Daletskyj: Lebendig, obwohl 2023 beigesetzt
Nach Angaben von TSN.ua: Ein ukrainischer Soldat, der offiziell als gefallen galt und bereits bestattet worden war, ist lebend aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Nazarij Daletskyj wurde im Mai 2022 gefangen genommen, und am 5. Februar 2026 kam er schließlich wieder in die Ukraine. Nach seiner Rückkehr stellte sich heraus, dass sein Grab exhumiert werden musste – nun kämpft er vor Gericht um die rechtliche Anerkennung seines Lebensstatus.
Identifizierung und Emotionen
Bei der Identifizierung der sterblichen Überreste hatte eine DNA-Analyse ursprünglich eine Übereinstimmung von 99,99 % mit dem Erbgut seiner Mutter ergeben, später sogar von 99,9998 %. Diese extrem hohen Werte führten zu der irrtümlichen Annahme, Nazarij sei tot. Die Exhumierung soll nun klären, wer tatsächlich neben seinem Vater begraben lag.
Nazarij Daletskyj bestätigte, dass er durch Folter während der Gefangenschaft Verletzungen an Knien und Schlüsselbein davongetragen hat. Seine Gefühle beschrieb er mit den Worten:
„Ich schlafe schon seit 5 Uhr morgens nicht mehr, ich warte nur. Wie lange war ich nicht zu Hause, wenn man alles zusammenzählt? Seit dem 3. Mai 2022.“
Das Wiedersehen mit seiner Familie war überwältigend. Seine Mutter Natalija Daletska konnte ihre Tränen nicht zurückhalten und fragte immer wieder:
„Bist du das wirklich? Ich habe so auf dich gewartet … Bist du das wirklich?“
Der Gerichtstermin zur offiziellen Feststellung, dass Nazarij lebt, ist für den 27. März angesetzt. Dazu sagte er: „Ich existiere aktuell noch gar nicht, ich bin ja noch begraben. Die Verhandlung ist am 27. März. Wenn das Gericht mich für lebend erklärt, dauert es etwa einen Monat, bis die Papiere ausgestellt sind. Dann bin ich endlich lebendig, dann werde ich auferstehen.“ Der Fall verdeutlicht, mit welchem bürokratischen Aufwand und emotionalen Belastungen Angehörige von Kriegsgefangenen konfrontiert sind.
Die Geschichte von Nazarij Daletskyj zeigt die tragischen Irrtümer, die im Kriegssystem der Identifizierung und Erfassung von Soldaten auftreten können. Viele Familien ukrainischer Kämpfer durchleben ähnliche Unsicherheiten. Dieser Vorfall unterstreicht, wie wichtig eine verlässliche Datenüberprüfung und psychologische Unterstützung für Angehörige ist, die in ständiger Angst um das Schicksal ihrer Liebsten leben. Das anstehende Urteil wird nicht nur Nazarijs Zukunft, sondern auch das Leben seiner gesamten Familie grundlegend verändern.
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