Oberster Gerichtshof der USA kippt Verbot von Konversionstherapie – Urteil mit 6:3.
Richterliche Entscheidung im Fall 'Chiles v. Salazar'
Nach Angaben von Vox - Загальний: Mit einer Mehrheit von 6 zu 3 Stimmen hat der Oberste Gerichtshof der USA ein Gesetz aus Colorado für ungültig erklärt, das Therapeuten die Durchführung von Konversionstherapie zur Änderung der sexuellen Orientierung LGBTQ+-Patienten untersagte. Die Begründung: Das Gesetz verstoße gegen die Meinungsfreiheit, da es auf einer sogenannten 'Diskriminierung nach Weltanschauung' beruhe. Das Urteil gilt als wegweisend für die Rechtslage zu Konversionstherapien im ganzen Land.
Im konservativ geprägten Supreme Court mit einem Stimmenverhältnis von 6 zu 3 zugunsten der Republikaner stimmten auch die demokratischen Richterinnen Sonia Sotomayor und Elena Kagan für die Mehrheitsmeinung. Richterin Ketanji Brown Jackson legte ein abweichendes Votum ein. Der federführende Richter Neil Gorsuch betonte in der Urteilsbegründung, das Gesetz sei wegen 'Diskriminierung nach Weltanschauung' verfassungswidrig.
Alle großen medizinischen und psychologischen Fachverbände lehnen Konversionstherapie ab. Die American Psychological Association warnt, dass diese Praktiken 'Menschen einem erheblichen Schadensrisiko aussetzen'. Richterin Elena Kagan ergänzte, das Gesetz 'reguliere Sprache aufgrund einer inhärenten Feindseligkeit gegenüber bestimmten Botschaften' – ein klarer Hinweis auf die Spannung zwischen Redefreiheit und dem Recht auf Selbstbestimmung.
Auswirkungen des Urteils
Die Entscheidung könnte die Behandlungspraxis für LGBTQ+-Patienten in den USA grundlegend verändern. Sie unterstreicht die Bedeutung wissenschaftlich fundierter Methoden und den Schutz der Patientenrechte. Zudem schafft das Urteil einen Präzedenzfall für künftige Verfahren und stärkt die rechtlichen Grundlagen im Kampf gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung.
Vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen zur Anerkennung der Rechte sexueller Minderheiten sendet dieses Urteil ein starkes Signal an andere Länder, ihre eigenen Regelungen zu überdenken. Es betont die Notwendigkeit ethischer und wissenschaftlicher Standards in der psychologischen Praxis und könnte den gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung weiter festigen.
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