Nach vier Jahren Kriegsgefangenschaft: Heimkehrer verliert Frau und Ersparnisse.
Die Rückkehr aus russischer Haft
Nach Angaben von TSN.ua: Miroslaw Tschornomor, ein Verteidiger von Mariupol, ist nach fast vier Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft im Februar 2024 in die Ukraine zurückgekehrt. Ursprünglich war er zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seine Heimkehr ist jedoch von persönlichen Tragödien überschattet: Seine Ehe ist zerbrochen und erhebliche finanzielle Rücklagen sind verschwunden.
Ein zerbrochenes Leben in der Heimat
Das letzte persönliche Treffen mit seiner Frau datiert vom 14. Februar 2022. Seitdem, so Tschornomor, rissen die Briefkontakte ab und ab September 2024 verstummte jeder Kontakt vollständig. Der Heimkehrer schildert seine Verzweiflung:
„Ich schrieb und wartete. Blieb bis zum letzten Tag in Verbindung. Zum letzten Mal gratulierte ich zum neuen Jahr 2025 – und erhielt keine Antwort.“
Erst am dritten Tag nach dem Gefangenenaustausch meldete sich seine Frau telefonisch bei ihm.
Hinzu kommt ein massiver finanzieller Verlust. Miroslaw Tschornomor berichtet, dass seine Frau über 700.000 Hrywnja von seinen Konten abgehoben habe. Grundlage dafür war ein ukrainisches Gesetz, das die Hälfte der staatlichen Unterstützungszahlungen für Kriegsgefangene an Angehörige auszahlt. Seine Ehefrau bezog so monatlich etwa 125.000 Hrywnja. Tschornomor zeigt sich enttäuscht, aber auch resigniert:
„Man hat mich sitzenlassen und mir einen Teil des Geldes gestohlen. Freunde sagen: 'Wehr dich, fordere es zurück.' Aber ich will keine Zeit mehr damit verschwenden.“
Der Fall von Miroslaw Tschornomor ist kein Einzelschicksal. Viele Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft stehen vor zerrütteten Beziehungen und existenziellen Sorgen. Seine Geschichte wirft ein Schlaglicht auf die oft unsichtbaren, langfristigen Folgen des Krieges, die auch nach der physischen Rückkehr andauern. Sie unterstreicht, wie wichtig kontinuierliche psychosoziale und finanzielle Unterstützung für Veteranen und ehemalige Kriegsgefangene ist, um in einem zivilen Leben wieder Fuß zu fassen.
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