Selenskyj äußert sich zur Aberkennung des Ordens vom Weißen Adler: Stellungnahme des ukrainischen Präsidenten.
Selenskyjs Einordnung zur Entscheidung über den Orden vom Weißen Adler
Nach Angaben von UATV: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zur Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki geäußert, ihm den Orden vom Weißen Adler abzuerkennen. Er sieht diesen Schritt als Teil eines politischen Machtkampfes. Selenskyj betonte, dass die Auszeichnung nicht ihm persönlich, sondern dem gesamten ukrainischen Volk gegolten habe. Mit dieser Aussage unterstrich er die Bedeutung der bilateralen Beziehungen, insbesondere vor dem Hintergrund historischer Ereignisse.
Am 19. Juni 2023 gab Karol Nawrocki bekannt, dass die Ehrung zurückgezogen wird. In der Ukraine stieß dieser Vorgang auf ein geteiltes Echo. Viele Menschen dort sehen in dem Orden ein Symbol der Unterstützung und Anerkennung für den Kampf des ukrainischen Volkes um seine Unabhängigkeit. Wolodymyr Selenskyj fügte hinzu:
„Auf Hass kann man keine politischen Dividenden aufbauen“ – Wolodymyr Selenskyj, womit er die schädlichen Folgen politischer Spielchen kritisierte, die zu einer Verschlechterung der nachbarschaftlichen Beziehungen führen könnten.
Die Komplexität der historischen Beziehungen
In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass bereits drei frühere ukrainische Präsidenten die Annahme des polnischen Ordens vom Weißen Adler abgelehnt haben. Dies verdeutlicht die schwierigen historischen und kulturellen Verflechtungen zwischen der Ukraine und Polen. Mit Blick auf die Vergangenheit erklärte Wolodymyr Selenskyj zudem:
„Ohne die Ukraine kann niemand Polen schützen“ – Wolodymyr Selenskyj, womit er die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten hervorhob.
Ende Mai 2026 unterzeichnete Selenskyj zudem ein Dekret, das dem Spezialeinsatzzentrum „Sewer“ der Spezialeinheiten der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen „nach den Helden der UPA“ verlieh. Auch dieser Schritt löste Diskussionen aus, da die Heroisierung der UPA in der polnischen Gesellschaft umstritten ist. Karol Nawrocki äußerte dazu seine Ablehnung und sagte, dass „die Verherrlichung der UPA ein Schlag gegen das historische Gedächtnis und die Grundlagen der Versöhnung“ sei.
Die Ereignisse um den Orden vom Weißen Adler sowie die Bewertung historischer Persönlichkeiten in der Ukraine und Polen bleiben somit ein angespanntes Thema. Beide Seiten vertreten unterschiedliche Standpunkte zu zentralen Aspekten ihrer gemeinsamen Geschichte.
Dieser Vorfall macht die komplizierte Natur der Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen deutlich, die tief in der Geschichte verwurzelt sind. Ein gegenseitiges Verständnis zwischen den beiden Völkern ist entscheidend für die regionale Stabilität und Zusammenarbeit angesichts aktueller Herausforderungen. In diesem Kontext können symbolische Handlungen und Auszeichnungen die Wahrnehmung von Geschichte und nationaler Identität beeinflussen – ein Bereich, der von beiden Seiten Fingerspitzengefühl erfordert.
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