Zelenskyj fordert von Europa: Schattenflotte stoppen und Drohnen-Lieferkette kappen.
Appell des ukrainischen Präsidenten an die europäischen Staaten
Nach Angaben von UATV: In einer am 23. Januar veröffentlichten Erklärung hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die europäischen Länder zu konkreten Schritten aufgefordert, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Sein Fokus liegt dabei auf zwei entscheidenden Punkten: der Unterbindung der sogenannten russischen Schattenflotte zur Umgehung von Sanktionen und der Unterbrechung der Lieferketten für Komponenten russischer Drohnen und Raketen. Selenskyj betonte die Dringlichkeit, Tanker mit russischem Öl, die weiterhin europäische Gewässer befahren, tatsächlich zu stoppen und nicht wieder freizugeben.
«Wenn ein Tanker mit russischem Öl gestoppt wird, darf er nicht anschließend wieder freigelassen werden», forderte der Präsident.
Er verwies auf einen konkreten Vorfall, bei dem Frankreich einen solchen Tanker zwar festgesetzt, am Ende aber wieder habe ziehen lassen. Trotz europäischer Bemühungen bestehe hier weiterhin ein gravierendes Problem, so Selenskyj.
Kritische Bauteile für die russische Kriegsmaschinerie
Der zweite zentrale Appell betrifft die Lieferung von Hochtechnologie-Komponenten, die in den Angriffswaffen Russlands verbaut werden. Diese Bauteile sind für die täglichen Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur von entscheidender Bedeutung.
«Nehmen wir zum Beispiel diese Komponenten. Wir sprechen über Teile für russische Raketen und Drohnen, mit denen sie uns anschließend töten», unterstrich Selenskyj die Tragweite dieses Themas.
Selenskyj äußerte zwar Dankbarkeit für die bereits geleistete europäische Unterstützung, insbesondere für das bewilligte Hilfspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro, das der Ukraine 'sehr geholfen' habe. Dennoch bezeichnete er diese Hilfe lediglich als 'einen kleinen Schritt' im Abwehrkampf gegen die russische Aggression. Er rief zu einer weiteren Stärkung der gemeinsamen Koalition und entschlossenerem Handeln gegen alle von Russland ausgehenden Bedrohungen auf.
Die Erklärung des Staatschefs unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen für Europa im Kontext des Ukraine-Krieges. Sie macht deutlich, dass finanzielle Hilfe allein nicht ausreicht, solange Schlupflöcher in den Sanktionsregimen und Lieferketten für kritische Kriegsmaterialien bestehen bleiben. Eine wirksame Gegenwehr erfordert daher eine lückenlose und konsequente Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen.
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