Trumps Plan für die Ukraine: Sieg oder Kapitulation - Analyse von The Guardian.
Nach Angaben von ТСН: Niemand sollte sich mit der ungerechten Option abfinden, die die Ukraine möglicherweise annehmen muss. Der Aggressor wird Territorien erhalten, während das Opfer mit den Wunden des Krieges zurückbleibt. Die Besorgnis, die in Washington über neue Friedensvorschläge entstanden ist, dient als besorgniserregendes Signal. Der Konflikt in der Ukraine nähert sich einer Lösung, die weder eine eindeutige Niederlage noch ein 'Triumph' sein wird, sondern ein vorläufiges Ergebnis, das Elemente beider Seiten vereint.
Dies weist der amerikanische Historiker und Analyst Steven Walt auf.
Das Paradox des 'Trump-Plans': Kapitulation oder strategischer Erfolg
Der kürzliche 28 Punkte Plan der Trump-Administration, der im Kongress kritisiert wird, wurde der 'Kapitulation' vor Moskau beschuldigt. Doch er könnte Kiew bemerkenswerte strategische Erfolge bringen. Walt ist der Meinung, dass es unter diesen Bedingungen keine ernsthaften Einschränkungen für die ukrainische Armee in Friedenszeiten gibt, trotz der Versuche Russlands, strenge Rahmenbedingungen aufzuzwingen. Die einzige Bedingung ist eine Begrenzung auf 600.000 Personen, was im Wesentlichen die Anzahl der Berufsarmeen übersteigt, die die Ukraine in Friedenszeiten unterhalten könnte. Die Ukraine wird auch wesentliche Sicherheitsgarantien von den USA und Europa erhalten - die stärksten in der Geschichte, auch wenn sie nicht Artikel 5 der NATO entsprechen.
Walt weist auch darauf hin, dass Putin den Überfall begonnen hat, um den westlichen Kurs der Ukraine zu brechen. Nach dem Ende der Kampfhandlungen wird die Ukraine militärisch stärker und feindlicher gegenüber Russland sein.
Die Gefahr der 'sofa'-Moral
Einflussreiche Stimmen in Washington, sowohl von Republikanern als auch von Demokraten, nennen dieses mögliche Ergebnis bereits unmoralisch. Senatoren wie Mitch McConnell und Jeanne Shaheen sprechen sich gegen den 'wenigstens schlechten Kompromiss' aus. Walt kritisiert diese Position scharf.
"Es ist einfach, perfekte Ergebnisse zu verlangen, wenn man Tausende von Meilen entfernt ist und den Preis für sein 'moralisches Übergewicht' nicht zahlt."
Nach Ansicht des Analysts wird eine Fortsetzung des Krieges auf unbestimmte Zeit die Ukraine in eine schlechtere Position bringen: kleiner, schwächer und zerschlagen. Es besteht das Risiko, dass die Ukraine Opfer der 'chronischen Unfähigkeit der USA wird, die Ergebnisse ihrer Kriege realistisch zu bewerten'.
Historische Lehren: Vietnam, Afghanistan, Irak
Walt nennt mehrere Beispiele, als die USA nicht rechtzeitig aufhörten:
Vietnam: Richard Nixon strebte nach 'Frieden mit Ehre' und führte den Krieg vier weitere Jahre fort, indem er heimlich Kambodscha und Laos bombardierte, was nur die unvermeidliche Niederlage hinauszögerte.
Afghanistan: Barack Obama erkannte, dass die Taliban nicht nur mit militärischen Mitteln besiegt werden können, wollte aber nicht über die Machtverteilung verhandeln.
Irak: George H.W. Bush hatte Erfolg beim Vertreiben von Saddam Hussein aus Kuwait, aber die Träume, das Regime zu stürzen, führten zur fatalen Invasion von 2003.
Diese Beispiele sind wichtig für das Verständnis der Strategie der USA und können eine Lektion für die Ukraine sein.
'Schmutziger Deal', den man abschließen sollte
Walt betont, dass das Ende des Krieges ein gemischtes Urteil erfordert. Die Ukraine wird keinen vollständigen Sieg erreichen, daher erscheint ein Kompromiss, der der Ukraine eine Überlebenschance bietet, als der einzige Ausweg.
"Wenn es wie ein schmutziger Deal aussieht, wie eine Art Beschwichtigung, dann liegt das daran, dass es so ist. Aber wenn es keine bessere Alternative gibt, dann sollte dieser schmutzige Deal abgeschlossen werden."
Auf der anderen Seite unterschätzen der Westen und die Ukraine oft die bereits erzielten Ergebnisse. Die Ukraine wehrt seit fast vier Jahren Russlands Versuche ab, Kiew zu erobern, während der Aggressor über 600.000 Soldaten verloren hat.
Der Analyst thematisiert auch die NATO und betont, dass 'totale Sicherheit' unerreichbar ist, und selbst wenn die NATO die Ukraine aufnimmt, wird dies keine echten Sicherheitsgarantien bieten.
Letztendlich benötigt die Ukraine realistische Unterstützung und die Fähigkeit, das zu bewahren, was bereits zu einem hohen Preis erkämpft wurde.
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