Cashback für Sprit in der Ukraine: Ökonom warnt vor Ungerechtigkeit – wer trägt die Kosten?.

Cashback für Sprit in der Ukraine: Ökonom warnt vor Ungerechtigkeit – wer trägt die Kosten?
Cashback für Sprit in der Ukraine: Ökonom warnt vor Ungerechtigkeit – wer trägt die Kosten?

Kritik eines Experten an der Tankstellen-Rückvergütung

Nach Angaben von Novyny.live: Der ukrainische Ökonom Serhij Fursa hat sich skeptisch zu den Plänen geäußert, einen Cashback auf Kraftstoff einzuführen. Er argumentiert, dass die massiv gestiegenen Ölpreise eine solche Maßnahme fragwürdig machen. Zum Jahresbeginn kostete ein Barrel der Sorte Brent noch 63 US-Dollar, inzwischen sind es rund 100 US-Dollar. Für Fursa ist klar: Diese Entwicklung treibt die Spritpreise unweigerlich in die Höhe. Besonders problematisch sei dies für einkommensschwache Haushalte, die ohnehin unter der Teuerung leiden.

Aktuelle Durchschnittspreise an ukrainischen Tankstellen

Laut Daten vom 16. März liegen die landesweiten Mittelwerte für Kraftstoffe wie folgt:

  • Superbenzin A-95 Premium – 72,72 Hrywnja pro Liter
  • Superbenzin A-95 – 69,31 Hrywnja pro Liter
  • Normalbenzin A-92 – 66,20 Hrywnja pro Liter
  • Dieselkraftstoff – 76,76 Hrywnja pro Liter

Konkrete Beispiele: An den Tankstellen von OKKO und WOG kostet der Liter A-95+ aktuell 73,99 Hrywnja, während die Kette BRSM-Nafta den gleichen Kraftstoff für 67,69 Hrywnja anbietet. Auch Diesel wird bei Ukrnafta mit 73,99 Hrywnja pro Liter ausgezeichnet.

Den meisten Sprit verbrauchen teure Autos mit Sechsliter-Motoren. Am Ende zahlen dann Rentner ohne eigenes Fahrzeug, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, für die Fahrten der Mercedes-Besitzer. Serhij Fursa

Fursa fasst die Schieflage so zusammen: „Menschen ohne Auto subventionieren damit faktisch die Mobilität von wohlhabenderen Bürgern.“ Er befürchtet, dass die geplante Rückvergütung vor allem denjenigen nützt, die ohnehin finanziell besser dastehen.

Die Position des Ökonomen ist eindeutig: Cashback-Programme für Benzin und Diesel könnten die finanzielle Lage der ärmeren Bevölkerungsteile weiter verschlechtern. Denn sie tragen über Steuern und Abgaben mit zur Finanzierung bei, ohne selbst von der Förderung zu profitieren. Die weltweit steigenden Rohölnotierungen treiben die Preise an den ukrainischen Zapfsäulen nach oben – ein Trend, der die soziale Ungerechtigkeit noch verschärft. Vor dem Hintergrund hoher Inflation und steigender Lebenshaltungskosten wird die Debatte um die Verteilung von Entlastungen immer drängender. Fursas Einwände liefern Stoff für eine grundsätzliche Diskussion darüber, wie der Staat gezielt die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft schützen kann.


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