Ungarns Drohung: Orbán will Gashahn zudrehen – Kiew beziffert die möglichen Verluste für Budapest.
Stellungnahme des ukrainischen Außenamtssprechers
Nach Angaben von UATV: Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tychyj, hat sich zu Viktor Orbáns Ultimatum geäußert. Der ungarische Ministerpräsident droht damit, die Gaslieferungen an die Ukraine einzustellen. Tychyj erklärte am 25. März 2023, dass Ungarn im Falle einer Umsetzung dieser Entscheidung mehr als eine Milliarde Dollar verlieren könnte. Derzeit fließt das Gas aus Ungarn zwar noch, doch die Lage gibt Anlass zur Sorge.
Orbán hatte zuvor klargemacht, dass Budapest bereit sei, den Gashahn für die Ukraine zuzudrehen, falls Kiew die Ölpipeline „Druschba“ nicht wieder in Betrieb nimmt. In seiner Reaktion auf diese Ankündigung wies Tychyj auf die möglichen wirtschaftlichen Folgen für Ungarn hin:
„Sollte Ministerpräsident Orbán tatsächlich beschließen, die Lieferungen einzustellen, dann wird dies nach unserer Einschätzung einzig und allein dazu führen, dass der ungarischen Wirtschaft und den Ungarn mehr als eine Milliarde Dollar entgehen.“ Heorhij Tychyj
Stand der Energiebeziehungen
Aus Sicht Kiews würde ein Stopp der Gaslieferungen nicht nur der Ukraine schaden, sondern auch Ungarn selbst treffen. Die Lage sei unter Kontrolle, und die Importe liefen vorerst weiter. Dennoch bleibt die Zukunft der bilateralen Beziehungen in diesem Bereich offen. Die gegenseitige Abhängigkeit im Energiesektor kann sowohl als Grundlage für Kooperation als auch als Zündstoff für Konflikte zwischen den Nachbarländern dienen.
Der Vorfall verdeutlicht, wie angespannt die energiepolitischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn sind – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der allgemeinen Energiesicherheit in der Region. Beide Seiten sind gefordert, den Dialog zu suchen, um wirtschaftliche Einbußen und eine weitere Eskalation zu vermeiden.
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