Ab 2026: Lehrergehälter steigen um 30 Prozent – was wirklich auf dem Konto ankommt.
Das Dilemma der niedrigen Gehälter von Lehrkräften in der Ukraine
Nach Angaben von Novyny.live: Obwohl die ukrainische Regierung eine Anhebung der Grundgehälter für Pädagogen um 30 Prozent zum 1. Januar 2026 beschlossen hat, bleiben die Einkommen in diesem Berufsfeld weiterhin kritisch niedrig. Die Mindestvergütung für Lehrer wird im März 2026 voraussichtlich zwischen 8.841 und 11.755,80 Griwna liegen – eine Steigerung, die die strukturellen Probleme nicht behebt. Durch Zulagen für Erschwernis und Belastung, die bis zu 50 Prozent betragen können, lässt sich das Gesamteinkommen zwar etwas aufbessern, doch die Grundproblematik bleibt bestehen.
Mögliche Verdienste inklusive aller Zuschläge
Mit der maximalen Zulage von 50 Prozent ergeben sich folgende mögliche Monatsgehälter:
- Lehrkräfte ohne Qualifikationsstufe: 13.261 Griwna,
- mit der zweiten Stufe: 15.447 Griwna,
- mit der ersten Stufe: 16.542 Griwna,
- mit der höchsten Stufe: 17.634 Griwna.
Allerdings wird das Nettoeinkommen durch die 18-prozentige Einkommensteuer (PIT) und den 5-prozentigen Militärzuschlag deutlich geschmälert, sodass die tatsächliche Kaufkraft weit unter den genannten Bruttobeträgen liegt.
Eine Unterrichtsstunde wird mit mindestens 55 Griwna vergütet. Ein Beispiel: Ruslan Ihorowytsch arbeitet mit 1,75 Stellenanteilen und 31,5 Wochenstunden – sein Gehalt beläuft sich auf rund 26.000 Griwna. Die Regierung hat zudem eine weitere Erhöhung der Grundgehälter um 20 Prozent ab September 2026 angekündigt, was die finanzielle Lage der Pädagogen zumindest etwas verbessern könnte.
Lehrkräfte haben außerdem Anspruch auf Zuschläge für besondere Erschwernis, hohe Arbeitsbelastung, die Übernahme komplexerer Aufgaben sowie für Qualität und Termintreue. Hinzu kommt eine Zulage für pädagogische Titel in Höhe von 10 bis 15 Prozent. Trotz dieser positiven Ansätze bleibt die Frage nach einem existenzsichernden Gehalt für ukrainische Pädagogen weiterhin ungelöst.
Die seit Jahren anhaltende Kritik an den niedrigen Lehrerbezügen kommt von Bildungsexperten, Eltern und der gesamten Gesellschaft. – Bildungsexperte
Die geplanten Gehaltserhöhungen sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, können jedoch die steigenden Lebenshaltungskosten nicht ausgleichen. Daher ist es unerlässlich, die Diskussion über Bildungsreformen fortzusetzen, um faire Arbeitsbedingungen für Lehrer und eine hochwertige Schulbildung für die Schüler zu gewährleisten.
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