Russland will zweiten Reaktor in Saporischschja hochfahren: Was die geplante Lizenz bedeutet.

Russland will zweiten Reaktor in Saporischschja hochfahren: Was die geplante Lizenz bedeutet
Russland will zweiten Reaktor in Saporischschja hochfahren: Was die geplante Lizenz bedeutet

Russlands Griff nach dem ukrainischen Atomkraftwerk

Nach Angaben von UATV: Die russischen Besatzungstruppen versuchen, ihre Kontrolle über das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja (Saporischschja AES) zu festigen. Ein zentraler Schritt ist dabei die geplante Wiederaufnahme der Stromproduktion und die Anbindung des Kraftwerks ans russische Netz. Um dies zu erreichen, will die russische Atomaufsichtsbehörde Rostechnadzor bereits im kommenden Monat eine Betriebslizenz für den zweiten Reaktorblock des AKW ausstellen.

Andrej Tjurin, der kommissarische Leiter der oberen Donau-Verwaltung des Rostechnadzor, hat das von Russland kontrollierte Kraftwerk besucht. Dieser Besuch fällt in eine Phase, in der Moskau seine Pläne für die Inbetriebnahme der Reaktoren und deren scheinlegale Nutzung forciert. Bereits im Juni 2025 hatte der Rostechnadzor eine Lizenz für den ersten Reaktorblock erteilt. Diese Schritte stellen einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, da das Kraftwerk ukrainisches Eigentum ist.

Integration in russische Strukturen und Reparaturen

Zudem wurde die Organisationsstruktur des Kraftwerks bereits an das für russische Atomkraftwerke übliche Modell angepasst. Die russische Seite plant außerdem Reparaturen an einer Reserve-Stromleitung des AKW, die am 17. Januar 2026 begonnen haben. All diese Maßnahmen deuten auf eine langfristige Strategie hin, das Kraftwerk dauerhaft in die eigene Energieinfrastruktur einzubinden. Diese Bestrebungen lösen in der Ukraine und international große Besorgnis aus.

Eine vollständige Integration des AKW Saporischschja in das russische Stromnetz hätte schwerwiegende Folgen für die Energiesicherheit der Ukraine und der gesamten Region. Angesichts der strategischen Bedeutung der Anlage könnten die Handlungen der Besatzer zu weiterer internationaler Verurteilung und neuen Sanktionen des Westens führen. Der Fall zeigt erneut, wie kritische Infrastruktur wie Atomkraftwerke im Krieg als politisches Druckmittel instrumentalisiert werden kann.


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