Heim in Dnipro geschlossen: Pflegeeltern wegen jahrelanger Misshandlungen angeklagt.
Fünf Jahre systematischer Missbrauch in Kinderheim aufgedeckt
Nach Angaben von TSN.ua: In Dnipro müssen sich zwei Pflegeeltern eines familienorientierten Kinderheims wegen schwerer Misshandlungen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-jährigen Paar vor, sechs Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren gefoltert zu haben. Der Vorfall ereignete sich im Nowokodatskyj-Bezirk, wo die Kinder regelmäßig Schlägen ausgesetzt, angebunden und systematisch hungern gelassen wurden.
Die Aussagen der Kinder zeichnen ein Bild grausamer Zustände. Ein Mädchen berichtete:
„Ich musste auf einer Holzbank schlafen. Sie gab mir nichts zu essen, nur Brot und Wasser. Vier Tage lang gab es nur Brot und Wasser.“Die Kinder wurden gezwungen, auf unbequemen Holzbänken zu schlafen und erhielten kaum mehr als trockenes Brot und Wasser als Nahrung. Solche Praktiken werfen ein grelles Licht auf das Versagen der Aufsichtsbehörden.
Heim geschlossen und Kinder in Sicherheit gebracht
Als Konsequenz aus den Ermittlungen wurde das Kinderheim umgehend geschlossen. Die sechs betroffenen Kinder konnten in andere Pflegefamilien vermittelt werden. Gegen die 53-jährige Frau wurde Untersuchungshaft verhängt, die gegen Kaution ausgesetzt werden kann. Ihr 45-jähriger Ehemann steht unter nächtlichem Hausarrest. Beiden droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren.
Der Fall erschüttert das Vertrauen in das ukrainische System der Kinderfürsorge, insbesondere bei familiengeführten Heimen. Die Schließung der Einrichtung ist zwar ein erster notwendiger Schritt, doch offenbart der jahrelang unentdeckte Missbrauch eklatante Kontrolllücken. Der Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit strengerer und regelmäßiger Überprüfungen aller Betreuungseinrichtungen, um künftiges Leid zu verhindern.
Lesen Sie auch
- Arbeitgeber erhalten Zuschüsse für behindertengerechte Arbeitsplätze: Höhe und Voraussetzungen
- Ermittlungen in Odessa: Ex-Mitarbeiter des Rekrutierungszentrums soll Pantoffeln mit den Zähnen tragen müssen
- Demütigung im Odessaer Untersuchungsgefängnis: Ex-Mitarbeiter des Militärkommissariats kriecht vor Gefangenenboss
- Pilotprojekt in Saporischschja: Neue „weiche Fenster“ sollen Schutz vor Explosionen bieten
- Ein Priester mit MBA: Warum die Kirche in sozialen Medien präsent sein muss
- Mai-Zahlungen an Soldaten: Kampfzuschläge zwischen 30.000 und 100.000 Griwna

