Prozessauftakt in Lemberg: Witwe fordert Ausschluss der Presse bei Tatvideo-Vorführung im Mordfall Parubij.
Verhandlung in Lemberg wieder aufgenommen
Nach Angaben von Novyny.live: Am 22. Juni wurde im Frankivskyj-Bezirksgericht von Lemberg der Prozess gegen Mychajlo Scelnikow fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, den ehemaligen Vorsitzenden der Werchowna Rada, Andrij Parubij, getötet zu haben. Die Unterbrechung des Strafverfahrens ist damit beendet. Die Witwe des Verstorbenen, Uljana Parubij, nahm an der Sitzung teil und beantragte, dass die Presse die Vorführung des Tatvideos nicht verfolgen darf.
Neben der Witwe waren auch die Schwester, die Tochter und die Patentochter von Andrij Parubij anwesend. Ein zentraler Tagesordnungspunkt war der Antrag der Rechtsanwältin, die die Interessen der Mutter und der Ehefrau des Angeklagten vertritt. Sie forderte die Aufhebung der Beschlagnahmung des Vermögens von Scelnikows Verwandten. Dem Gericht lag ein entsprechendes Dokument vor, das die Rücknahme dieser Maßnahme verlangt.
Zahlungsstopp und öffentliches Interesse
Bereits am 22. Mai hatte das Gericht beschlossen, die Auszahlung einer einmaligen Unterstützung in Höhe von 5 Millionen Griwna an die Familie des gefallenen Soldaten Mychajlo Scelnikow einzufrieren. Parallel dazu wird in Lemberg ein weiterer Prozess geführt – gegen Wjatscheslaw Sintschenko, der ebenfalls des Mordes beschuldigt wird, unter anderem an Iryna Farion.
Die Verfahren stoßen in der Öffentlichkeit auf großes Interesse und finden vor dem Hintergrund komplexer Umstände statt, die mit den Mordvorwürfen gegen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammenhängen. Diese Fälle verdeutlichen die angespannte Lage in der Ukraine, wo Gewalt gegen hochrangige Amtsträger zunehmend thematisiert wird. Da beide Prozesse zeitgleich laufen, könnten ihre Ausgänge weitreichende Folgen für das Gerechtigkeitsempfinden und die Rechtsordnung des Landes haben.
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