Russlands Ölindustrie schwer getroffen: 37 Prozent der Raffineriekapazitäten zerstört – Budget gerät unter Druck.
Wie die ukrainischen Angriffe die russische Wirtschaft erschüttern
Nach Angaben von Espreso.tv: Der Wirtschaftswissenschaftler Andrij Dligatsch hat die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe auf die russische Infrastruktur analysiert. Seiner Einschätzung nach sind bereits 37 Prozent der russischen Raffineriekapazitäten außer Betrieb gesetzt worden – ein massiver Schlag für die Wirtschaft des Landes. Erst wenn mehr als 35 Prozent dieser Anlagen zerstört sind, droht ein systemischer Kollaps der russischen Logistik, so der Experte. Dieser Schwellenwert ist nun überschritten, was die Lage zusätzlich verschärft.
Dligatsch prognostiziert, dass die Einnahmen des russischen Bundeshaushalts aufgrund der verminderten Raffinerieleistung um 15 bis 20 Prozent sinken könnten. Die Folge wäre eine Kürzung der Militärausgaben, die derzeit den größten Posten im Staatshaushalt darstellen.
„Russland wird gezwungen sein, die Militärausgaben zu reduzieren, denn das ist derzeit der wichtigste Ausgabenbereich“, erklärte Andrij Dligatsch.
Folgen für Unternehmen und die Wirtschaft
Vor dem Hintergrund der Drohnenangriffe auf Raffinerien plant Moskau nun, Benzin auf dem Seeweg zu importieren. Dies deutet auf ernste Versorgungsengpässe hin, die zahlreiche Unternehmen im Land in Bedrängnis bringen.
„Viele Unternehmen und ganze Industriezweige arbeiten mit Verlust“, betonte Dligatsch.
Zudem wies der Experte darauf hin, dass internationale Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Russland einstellen sollten, was die Situation weiter verschlechtern könnte. In der Nacht zum 16. Juni führten Einheiten der ukrainischen Streitkräfte Angriffe auf militärische und infrastrukturelle Ziele in Russland durch – ein Teil der umfassenden Strategie, die Wirtschaft des Gegners zu schwächen.
Die Analyse zeigt: Die russische Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Weitere ukrainische Aktionen könnten die Stabilität des Landes nachhaltig beeinträchtigen. Mit sinkender Raffinerieproduktion und drohenden Kürzungen bei den Militärausgaben gerät Russland zunehmend unter Druck – mit weitreichenden Folgen für die Innenpolitik, die internationalen Beziehungen und die militärischen Ambitionen des Kremls.
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