Kultur als Kriegsbeute: Ukraine warnt vor russischer Teilnahme an der Kunst-Biennale.

Kultur als Kriegsbeute: Ukraine warnt vor russischer Teilnahme an der Kunst-Biennale
Kultur als Kriegsbeute: Ukraine warnt vor russischer Teilnahme an der Kunst-Biennale

Diplomatischer Protest gegen eine Normalisierung

Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Regierung hat scharfen Protest gegen die geplante Teilnahme Russlands an der 61. Kunst-Biennale in Venedig eingelegt. Sie sieht darin den Versuch, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu legitimieren. Seit 2014 führt Russland einen systematischen Feldzug gegen das ukrainische Kulturerbe, der die nationale Identität des Landes bedroht. Die Bilanz ist verheerend: Seit der großangelegten Invasion kamen 346 Künstler und 132 Medienschaffende ums Leben.

Eine beispiellose Zerstörung von Kulturgut

Die Schäden sind immens: 1.707 Kulturdenkmäler wurden beschädigt oder zerstört, 2.503 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen – 558 davon komplett dem Erdboden gleichgemacht. Russland hat zudem mindestens 35.482 Museumsexponate unrechtmäßig aus der Ukraine abtransportiert, ein klarer Bruch internationaler Konventionen. Die Gesamtschäden für den Kultursektor belaufen sich auf über 31 Milliarden US-Dollar, wovon direkte Verluste mehr als 4,2 Milliarden ausmachen.

Nach einer vierjährigen Pause plant Russland nun seine Rückkehr auf die prestigeträchtige Kunstbühne in Venedig – ein Schritt, der in der ukrainischen Kulturszene auf massive Empörung stößt.

„Die Teilnahme Russlands an internationalen Kulturveranstaltungen während des Krieges hat unweigerlich eine politische Bedeutung“, heißt es in einem offenen Brief von Kulturschaffenden.
Die Debatte zeigt, wie Kunst und Politik in diesem Konflikt untrennbar verwoben sind. Die Biennale, traditionell ein Ort des freien Dialogs, droht so zur Plattform für Propaganda zu werden.

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges wird die mögliche Präsenz des Aggressors auf internationalen Kulturveranstaltungen als zynischer Akt gewertet. Eine Rehabilitation Russlands in diesem Rahmen könnte als Versuch interpretiert werden, von Kriegsverbrechen und der systematischen Zerstörung ukrainischer Identität abzulenken. Die Ukraine appelliert daher eindringlich an die Weltgemeinschaft, die kulturelle Souveränität zu wahren und die Kunst nicht für eine politische Weißwaschung zu instrumentalisieren.


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