Ukrainische Sprache im Wandel: Neue Rechtschreibung und Gesetze bis 2026.
Sprachpolitik: Ukrainisch soll gestärkt werden
Nach Angaben von TSN.ua: Die Werchowna Rada will die Rolle der ukrainischen Sprache im Staat mit dem Gesetzentwurf Nr. 14334 stärken. Ein zentraler Punkt ist die Modernisierung der Rechtschreibung. Die Nationale Kommission für Sprachstandards hat den Auftrag, eine überarbeitete Fassung bis zum 1. Februar 2026 vorzulegen. Diese Reform ist ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung des Ukrainischen und seine Verankerung in allen Lebensbereichen. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Sprachpolitik, die nach dem russischen Angriffskrieg an Bedeutung gewonnen hat.
Bis zum 1. März 2026 müssen die Nationale Akademie der Wissenschaften (NAN) und die Akademie der Rechtswissenschaften die Gesetzgebung auf ukrainische Fachbegriffe hin überprüfen. Ziel ist es, die Rechtspraxis zu präzisieren und die Verwendung einheitlicher Terminologie in offiziellen Dokumenten zu fördern. Zudem ist die Regierung verpflichtet, bis März 2023 eine eigene staatliche Schriftart für Parlamentsdokumente zu entwickeln, was zur weiteren Standardisierung im Verwaltungs- und Rechtswesen beitragen soll.
Sprachliche Souveränität und internationale Präsenz
Die geplanten Änderungen in Rechtschreibung und Gesetzen spiegeln breitere Prozesse wider: die Entfernung russischer Spracheinflüsse, die Schaffung eines widerstandsfähigen ukrainischsprachigen Informationsraums und die Dekolonisierung von Ortsnamen. Ein wichtiges Ziel ist es, die Sprache von kolonialen Überresten zu befreien und eine klare, eigenständige Sprachumgebung für künftige Generationen zu schaffen.
Über die Landesgrenzen hinaus zeigt sich die wachsende Bedeutung des Ukrainischen: Ab September 2026 könnte die Sprache als zweite Fremdsprache in zwei Wiener Gymnasien in den Lehrplan aufgenommen werden. Dies unterstreicht das zunehmende internationale Interesse. Alle diese Schritte zusammen sollen den Status der ukrainischen Sprache in der Gesellschaft heben und ihre Rolle als Staatssprache in allen Lebensbereichen festigen.
Die vorgeschlagenen Reformen zeigen den Willen des Landes, die nationale Identität zu stärken und ein ukrainischsprachiges Umfeld zu fördern. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Herausforderungen erhalten die sprachliche Entrussifizierung und die Aufwertung des Ukrainischen besonderes Gewicht. Die mögliche Einführung als Schulfach im Ausland betont zudem ihre Relevanz und die steigende Nachfrage im internationalen Bildungskontext.
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