12,6 Milliarden für Straßen: Warum das Geld bei weitem nicht reicht.
Kuleba zur maroden Infrastruktur
Nach Angaben von Novyny.live: Der ukrainische Vizepremierminister für Wiederaufbau, Oleksij Kuleba, beziffert den akuten Sanierungsbedarf auf 21,5 Millionen Quadratmeter Straßenbelag. Für diese gewaltige Aufgabe stehen aktuell 12,6 Milliarden Hrywnja bereit – eine Summe, die nach Kulebas Einschätzung bei weitem nicht ausreicht, um alle notwendigen Arbeiten zu bewältigen. Die Dimension der Schäden übersteigt die verfügbaren Mittel deutlich.
Die Lage auf den Straßen des Landes bleibt angespannt. Insgesamt sind über 23 Millionen Quadratmeter Fahrbahn beschädigt und benötigen dringend Instandsetzung. Premierministerin Julija Swyrydenko verwies darauf, dass derzeit zwar Flickarbeiten durchgeführt würden, grundlegende Sanierungen jedoch noch nicht begonnen hätten. Sie betonte die Notwendigkeit klarer Prioritäten und einer soliden Finanzierungsgrundlage:
'Wir alle sind auf den Straßen unterwegs und kennen den Zustand. Wir haben die prioritären Strecken identifiziert und auch die Finanzierung dafür geklärt.' Julija Swyrydenko
Kuleba unterstrich zudem die militärstrategische Bedeutung intakter Straßen und forderte eine neue Sichtweise: 'Wir müssen einen Fehler korrigieren und Straßen ausschließlich als Element der Militärlogistik betrachten.' Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj wies auf die prekäre Situation hin, die sich nach dem Winter selbst in der Hauptstadt Kiew zeige – ein deutliches Signal für die landesweite Krise im Straßenbau.
Eine Frage der nationalen Sicherheit
Die Lösung des Straßenproblems erfordert enorme Anstrengungen und Ressourcen. In der gegenwärtigen Lage hat der Zustand der Verkehrswege eine existenzielle Bedeutung, da eine funktionierende Infrastruktur nicht nur für den zivilen Verkehr, sondern vor allem auch für die Verteidigungsfähigkeit des Landes kritisch ist.
- Gerade im Krieg kann eine verbesserte Straßenqualität die operative Logistik für Nachschub und Truppenbewegungen entscheidend beschleunigen.
- Die Festlegung von Sanierungsprioritäten und deren verlässliche Finanzierung bleiben zentrale staatliche Aufgaben, die ein abgestimmtes Handeln aller Behörden erfordern.
- Ein Fortsetzen des reinen Flickwerks ohne grundhafte Sanierung droht, den Gesamtzustand des Straßennetzes langfristig weiter zu verschlechtern.
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