Oberstes Gericht bestätigt: Diplomaten-Ehe als faktische Lebensgemeinschaft anerkannt.
Gericht stellt faktische Ehe fest
Nach Angaben von TSN.ua: Der Oberste Gerichtshof der Ukraine hat die faktische eheähnliche Gemeinschaft zwischen dem Diplomaten Zorjan Kis und dem Aktivisten Tymur Lewtschuk anerkannt. Damit wies das Gericht die Kassationsbeschwerde der Bewegung 'Alle zusammen!' ab. Dieses wegweisende Urteil markiert einen wichtigen Fortschritt für den Schutz der Rechte von LGBTIQ+-Personen in der Ukraine und setzt einen Präzedenzfall im Bereich des Privatlebens.
Zorjan Kis und Tymur Lewtschuk leben bereits seit 2015 zusammen. Im Jahr 2021 schlossen sie in den USA die Ehe, was einen bedeutenden Schritt in ihrer Beziehung darstellte. Als Kis jedoch im Juni 2024 gemeinsam mit seinem Partner nach Israel reisen wollte, verweigerte ihm das ukrainische Außenministerium die Ausreise. Dieser Vorfall veranschaulicht die Hindernisse, mit denen gleichgeschlechtliche Paare in der Ukraine trotz ihrer faktischen familiären Bindung konfrontiert sind.
Rechtliche Anerkennung und gesellschaftlicher Rückhalt
Bereits im Juni 2025 hatte das Bezirksgericht Desnjan in Kiew die Partnerschaft als faktische Familie anerkannt – ein erster, entscheidender Schritt zur rechtlichen Absicherung. Die nun folgende Bestätigung durch den Obersten Gerichtshof unterstreicht die wachsende rechtliche Unterstützung für LGBTIQ+-Rechte im Land. Das Urteil stieß auf Zustimmung von Menschenrechtsorganisationen wie der NGO 'Insight', die sich für den Schutz entsprechender Rechte einsetzen.
Der in Lwiw geborene Zorjan Kis und Tymur Lewtschuk setzen ihren Einsatz für die eigenen Rechte und die anderer Betroffener fort. Die Entscheidung des Obersten Gerichts eröffnet neue Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre und zur rechtlichen Absicherung von Menschen in eheähnlichen Gemeinschaften – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.
Dieses Urteil des Obersten Gerichtshofs könnte zu einem Meilenstein in der Entwicklung des ukrainischen Rechtssystems werden, da es das Recht auf Privatleben und den Schutz von LGBTIQ+-Personen bekräftigt.
Die breite Unterstützung durch zivilgesellschaftliche Gruppen zeigt ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein und Engagement für Menschenrechtsfragen in der Ukraine.
Lesen Sie auch
- Digitalexperte stößt zur Kulturinitiative „Tausend Frühlinge“: Wie die 4 Milliarden Griwna investiert werden sollen
- Mitarbeiter von Militärverwaltungen in der Ukraine: Kein Waffenrecht – wie sie sich bei Mobilisierungen schützen
- 70.000 Dollar für ein Denkmal: Wer finanzierte die Bulgakow-Statue in Kiew?
- Ukraine verschärft Strafen für Temposünder und regelt E-Scooter-Verkehr neu
- Bis zu 16 Stunden täglich im Einsatz: So arbeiten die Meldegruppen der ukrainischen Rekrutierungsbehörden
- Überraschung für Autofahrer in der Ukraine: Wann die Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt ist

