Neandertaler-Höhle in Gibraltar: Versteckter Raum nach 40.000 Jahren entdeckt.
Erforschung des Gorham-Höhlensystems
Nach Angaben von Novyny.live: Im britischen Gibraltar an der Südspitze Spaniens untersuchen Archäologen weiterhin das Gorham-Höhlensystem. Es gilt als einer der letzten bekannten Rückzugsorte der Neandertaler. In der Vanguard-Höhle stießen sie auf einen abgeschlossenen Hohlraum, der mindestens 40.000 Jahre lang versiegelt war. Diese Entdeckung eröffnet neue Einblicke in eine menschliche Aktivitätsphase, die in diesen Höhlen bis zu 100.000 Jahre zurückreicht. Die Forschungen in diesem einzigartigen Komplex, zu dem auch die Hyäne- und Bennett-Höhlen gehören, begannen bereits in den 1980er Jahren.
Obwohl bislang keine Knochen von Neandertalern oder Homo sapiens gefunden wurden, entdeckten die Forscher zahlreiche Muschelschalen sowie Fisch-, Robben- und Delfinknochen. Diese Funde deuten darauf hin, dass die Höhlen für das Leben der frühen Menschen eine wichtige Rolle gespielt haben könnten. Die Region war damals ein klimatisch günstigerer Lebensraum als weite Teile Europas.
Die wissenschaftliche Bedeutung der Funde
Ein besonderer Fund in der Vanguard-Höhle ist eine Feuerstelle, die etwa 60.000 Jahre alt ist und die lange Nutzungsdauer des Ortes unterstreicht. Artefakte belegen zudem eine mögliche Anwesenheit von Neandertalern in der Zeit vor 33.000 bis 24.000 Jahren. Im Fokus steht nun die neu entdeckte Kammer in der Vanguard-Höhle. Sie liegt etwa 13 Meter tief im Fels und war über Zehntausende von Jahren von der Außenwelt isoliert.
Die Untersuchungen im Gorham-Höhlensystem liefern fortlaufend neue Ansätze, um das Leben der Neandertaler und anderer früher Menschen in diesem Gebiet zu erforschen. Folgende Funde geben wichtige Hinweise auf die damalige Ökologie und die Wechselwirkung der Menschen mit ihrer Umwelt:
- Muschelschalen
- Fischknochen
- Robbenknochen
- Delfinknochen
- Überreste von Luchsen
- Hyänenknochen
- Knochen von Geiern
- Muschelpanzer
Diese Entdeckung in den Gorham-Höhlen unterstreicht die immense Bedeutung dieses archäologischen Komplexes für das Verständnis der menschlichen Evolution und der Lebensräume der Neandertaler.
Die analysierten Artefakte zeugen von der Vielseitigkeit ihrer Lebensweise und ihrer Interaktion mit der Natur. Sie helfen, Wissenslücken über diese ausgestorbene Menschengruppe zu schließen. Weitere Forschungen in der Region könnten noch mehr Aufschluss über soziale und ökologische Aspekte des Neandertaler-Lebens geben und damit unser Verständnis der menschlichen Geschichte insgesamt vertiefen.
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