Moskau verliert an Einfluss: Selenskyj sieht Wahlen in drei Ex-Sowjetrepubliken als Wendepunkt.
Selenskyjs Analyse zur regionalen Entwicklung
Nach Angaben von UATV: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj sieht Russlands politischen Einfluss in Aserbaidschan, Moldau und Armenien nach den dortigen Parlamentswahlen schwinden. In einem Gespräch mit der britischen Zeitung The Guardian bewertete er die jüngsten Abstimmungen als entscheidende Schritte hin zu mehr Eigenständigkeit dieser Länder.
Laut Selenskyj sind russische Versuche gescheitert, die Lage in Armenien zu destabilisieren. Die dortige Wahl wertet er als großen Erfolg für die Unabhängigkeit des Landes. Zugleich betonte er, dass Aserbaidschan weiterhin seine Souveränität unter Beweis stelle. Was Moldau angeht, ist der Präsident überzeugt, dass Russland dort die Kontrolle verloren habe – ein deutliches Zeichen für den Wandel im geopolitischen Gefüge der Region.
'Aserbaidschan – sie sind unabhängig. Armenien – die gestrigen Wahlen waren ein großer Erfolg für die Unabhängigkeit des Landes. Ich denke auch, dass die Russen Moldau verloren haben.' Wolodymyr Selenskyj
Darüber hinaus prognostizierte Selenskyj, dass ein EU-Beitritt der Ukraine innenpolitische Schwierigkeiten für Russland auslösen könnte: 'Wenn die Ukraine der EU beitritt, bekommt Putin innere Probleme mit verschiedenen Völkern, besonders im Kaukasus.' Mit diesen Aussagen unterstreicht er die tiefgreifenden Verschiebungen im postsowjetischen Raum.
Muster im postsowjetischen Raum
Selenskyjs Einschätzung spiegelt einen Trend wider, der in mehreren Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu beobachten ist: Das Streben nach Unabhängigkeit von russischer Dominanz nimmt zu. Die Wahlen in Aserbaidschan, Moldau und Armenien deuten auf einen Stimmungswandel in der Bevölkerung hin, die nach neuen Entwicklungswegen sucht und sich von den traditionellen Banden zu Moskau löst.
Diese Entwicklungen könnten weitreichende Folgen für die regionale Stabilität und Sicherheit haben. Auch für die Außenpolitik der Ukraine sind sie von Bedeutung, da das Land eine stärkere Anbindung an europäische Strukturen anstrebt.
Lesen Sie auch
- Vor dem G7-Gipfel: Selenskyj und Macron stimmen diplomatisches Vorgehen ab
- Antiballistische Abwehr: Selenskyj kündigt Unterstützung durch die E3-Staaten an – was das für die Ukraine bedeutet
- Trump gewarnt: Selenskyj bezeichnet Putin als notorischen Lügner
- Spaltung in Putins Umfeld: Selenskyj sieht Hälfte für Kriegsende
- Besuch von Abramowitsch in Kiew bestätigt: Selenskyj erklärt, dass Chelsea-Erlöse in die Luftabwehr fließen
- G7 und EU-Gipfel: Deutschland, Frankreich und Großbritannien legen Verhandlungsplan mit Russland vor

