Rückkehr aus der Gefangenschaft: Wie man befreite Personen richtig begrüßt und unterstützt.
Nach Angaben von ТСН: Seit dem 2. Oktober ist der Austausch von Kriegsgefangenen zum Stillstand gekommen. Doch Angehörige geben die Hoffnung auf ihre Rückkehr nicht auf – es ist bereits zur Tradition der Neujahrsfeiertage geworden. Wie kann man die ersten Tage nach der Befreiung leichter überstehen? Was sollte man sagen und worüber sollte man schweigen, um mit übermäßiger Aufmerksamkeit nicht zu schaden?
Tipps von denen, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt sind, hat die Korrespondentin gesammelt.
Ein Jahr der Hoffnungen und eine lange Pause
Das Jahr 2025 war geprägt von zehn Austauschaktionen, durch die 2080 Militärs (darunter eine Frau) und 230 Zivilisten (darunter 13 Frauen) nach Hause zurückkehrten. Doch bereits seit mehreren Monaten ist der Austauschprozess unterbrochen.
Erste Emotionen: Der Weg nach Hause
Der Tag der Befreiung ist ein freudiges, aber gleichzeitig äußerst erschöpfendes Erlebnis. Der Heimweg kann mehrere Tage dauern.
„Als sie in den Bus steigen, fahren sie und sehen auf den Straßen, dass sie von einfachen Ukrainern mit Fahnen begrüßt werden. Ich, wenn ich mit ihnen im Bus fahre, sehe diese Emotionen. Ich schweige, ich sehe einfach, was sie empfinden – sie wurden wirklich erwartet“.
Erstes Treffen: Der Hauptsatz und die Aufmerksamkeitseinschränkung
Viele ehemalige Gefangene träumen von Umarmungen mit ihren Angehörigen, aber Fachleute und Rückkehrer raten zur Vorsicht:
Es braucht keine Phrasendrescherei, ein einfacher Satz reicht: „Wir haben gewartet. Endlich bist du hier“.
Eine große Anzahl von Menschen, die Aufmerksamkeit verlangen, kann nach langer Isolation schwer sein.
„3–4 Personen, die dich gut kennen, zu denen vollständiges Vertrauen besteht und für deren Ratschläge Verantwortung übernommen wird. Es ist nicht immer angenehm, wenn man umarmt wird und hört „Wir haben gewartet“ von Leuten, die man nicht einmal kennt“.
Finanzielle Sicherheit und die neue Welt
Es ist wichtig, dass die befreite Person sofort Kontrolle über ihr Leben spürt. Nach 2–3 Jahren Gefangenschaft können sich erhebliche Beträge auf den Konten ansammeln.
Angehörige sollten die finanzielle Unterstützung aufrechterhalten, und die Militäreinheit sollte klar über die angesammelten Mittel informieren. Das ermöglicht Zukunftsplanung: „Man kann eine Wohnung, ein Haus oder ein Auto kaufen“.
Diejenigen, die seit Beginn des großen Krieges in Gefangenschaft waren, wissen nicht, wer Lachen ist und warum Kinder das Lied von Hund Patron singen. Die Welt muss neu gelernt werden: von den Preisen für Kleidung bis hin zu neuen Helden.
Wie man schlechte Nachrichten überbringt
Viele Menschen haben Angst, von Verlusten zu erfahren. Ehemalige Gefangene raten: Schlechte Nachrichten nicht auf später verschieben. Wenn ein Freund gestorben ist oder das Elternhaus zerstört wurde, ist es besser, so bald wie möglich darüber zu informieren.
Psychologie der Unterstützung: Tipps
Ein Psychologe, der ein Handbuch für Befreite entwickelt hat, betont die Grundprinzipien:
„Ich heile nicht, ich unterstütze“. Unterstützung bedeutet Vorhersehbarkeit und Ruhe ohne Druck.
„Ich muss nicht immer wissen, was ich sagen soll“. Nur da zu sein, ist bereits Hilfe.
Recht auf Wahl. Jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entscheiden, wie er weiterleben möchte. Entscheiden Sie nicht für ihn.
Status und Humor
Statusänderung: Hören Sie auf, sie „Gefangene“ zu nennen. Nach dem Überqueren der Grenze hat sich ihr Status für immer geändert.
„Schwarzer“ Humor: Es ist okay, über ihre Witze zu lachen, aber solche Witze sollten nur von ihnen selbst kommen.
„Ich kann Witze machen, dass ich Junge Nummer 9 von 10 bin, weil ich noch 9 Finger habe. Ich darf das, andere nicht“.
Botschaft an die Rückkehrer
Geben Sie sich Zeit und Ruhe. Sie haben sich auf jeden Fall verändert, und das ist in Ordnung. Versuchen Sie nicht, wie früher zu sein.
„Das Land kämpft. Als ich Videos sah, wie unsere nach Cherson gehen, oder Unterstützungsaktionen für Gefangene – es hat mir bis ins Mark gedroht. Wir wurden nicht vergessen“.Seit der Unterbrechung des Austausches von Kriegsgefangenen warten Angehörige und Freunde weiterhin auf die Rückkehr ihrer Liebsten. Diese Situation unterstreicht die Komplexität der Emotionen, die die Befreiung begleiten, sowie das Gefühl der Ungewissheit, mit dem ehemalige Gefangene konfrontiert sind. Während sie in diesen schwierigen Zeiten weiterhin unterstützt werden, sollten Angehörige und Freunde grundlegende Prinzipien einhalten, damit sich jeder an die neue Realität anpassen kann.
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